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Der Schatz ist unbezahlbar

Rosemarie Uhlemann und Adolf Mank freuen sich auf einen schönen Theaterabend. Der ist ein besonderes Geschenk.
Rosemarie Uhlemann und Adolf Mank freuen sich auf einen schönen Theaterabend. Der ist ein besonderes Geschenk. FOTO: Steffen Rasche/str1
Senftenberg. Für die Partner, die ihre Liebsten am Valentinstag mit einem Theaterbesuch überrascht haben, ist der Schatz unbezahlbar. Das hat die Neue Bühne Senftenberg gestern Abend mit absoluter Sicherheit festgestellt. Kathleen Weser

Die Schatzkarten für "Love Letters" sind zwar sehr begehrt gewesen, aber mitnichten als Schnäppchen betrachtet worden. Die süße Idee des Ensembles, für das zweite Ticket des Theaterabends - die Schatzkarte - einfach das zu zahlen, was der Liebste wert ist, ist ausgesprochen gut angekommen. Die Geste und die Wertschätzung für den Partner zählten.

Laura Ellerfeld vom Theater-Jugendklub hat die besondere Vorstellung in den sozialen Netzwerken fleißig geteilt. Und David Haase, ein guter Freund aus Senftenberg, hat sich über die Gelegenheit gefreut. "Meine Kumpels gehen leider weniger ins Theater. Aber die verpassen hier was", stellt er sichtlich vergnügt fest.

Rosemarie Uhlemann aus Senftenberg hat Partner Adolf Mank aus Potsdam ins Theater eingeladen. "Mit dem Abend hat sie mich überrascht, ehe ich ihr zuvor kommen konnte", bestätigt er. An den Tag der Verliebten habe er natürlich auch gedacht. Die Idee der Schatzkarte sei sehr nett, der wahre Wert seiner Partnerin aber würde ihn in Armut stürzen. "Ich habe mich sehr gefreut", sagt der Potsdamer, der jetzt auch nach Senftenberg ziehen will. "Die Stadt ist schön geworden", lobt er. Vor 20 Jahren, als er mit Bekannten erstmals hier gewesen sei, wäre er nie auf den Gedanken gekommen, den Lebensabend hier verbringen zu wollen. "Das wirklich ausschlaggebende Argument ist natürlich diese schöne Frau", sagt er mit liebevollem Blick auf seine Rosemarie. Und die hatte gleich vierfach für einen schönen Theaterabend gesorgt. Denn eine Freundin und ihr Partner lauschen Sybille Böversen und Heinz Klevenow ebenso.

Mit Love Letters werden die Theatergäste auf außergewöhnliche Weise zu Zeugen eines lebenslangen Briefwechsels, der weit mehr als eine Brieffreundschaft ist: Es sind die Skizzen zweier Leben, per Brief verbunden in guten wie in schlechten Tagen - witzig, launisch, geistreich. Es ist die Geschichte einer großen Liebe.

Viele Paare sind am gestrigen Valentinsabend auf Initiative der Frau im Theater. Das sei ein großartiges Ergebnis der Emanzipation, stellt ein Gast aus Lauchhammer - mit dem Schelm und der Vorfreude auf den unterhaltsamen Abend im Blick - fest.

Auch Astrid Subatzus aus Dörrwalde hat Ehemann Roland mit dem Theaterbesuch überrascht. Das Paar, das als Landschaftsplaner arbeitet, hat noch Tempo machen müssen, um den Beginn des unterhaltsamen Briefwechsels nicht zu verpassen. In Großrä schen tagte der Bauausschuss zum Glück zügig nach Tagesordnung. Die Dörrwalder, die sich den Theatergenuss "viel zu selten" gönnen, sind gerade noch pünktlich angekommen.

In Bad Liebenwerda hat Rocco Bergemann die Initiative ergriffen "Ich habe von der Schatzkarte zum Valentinstag gelesen und die Idee sofort für gut befunden", sagt er. Die sei viel schöner als Pralinen, erklärt er schmunzelnd. Aber einen Strauß Blumen hat seine Ehefrau Antje natürlich auch bekommen. Der Abend sei ein besonderer, denn öfter als zwei- bis dreimal im Jahr schaffen es Bergemanns nicht ins Theater. Die Neue Bühne in Senftenberg besucht das Paar sehr gern.

Auch Maren Pfeiffer-Schleiff, eine der guten Seelen an der Theaterkasse, registriert mit Freude, dass die Valentinstag-Idee so gut ankommt. Die Vorstellung ist gut besucht. Und in dem Briefwechsel, der von zahlreichen Turbulenzen des Lebens berichtet, erkennen sich die Gäste garantiert hier und da auch selbst wieder.