(dr) Ein Bergwerksstollen ist nicht etwas, was man in einem Schloss vermuten würde. Aber im Museum in Senftenberg kommen diese beiden Dinge zusammen. Denn das Museum möchte die Industriegeschichte, die Stadt und Landschaft einschneidend geprägt hat, in vielen Facetten zeigen.

Eine dieser Facetten ist der untertägige Abbau von Kohle. Diese Art des Bergbaus gab es in der Lausitz von den Anfängen der Industrialisierung bis ins frühe 20. Jahrhundert. Allerdings sorgten die geologischen Voraussetzungen im Lausitzer Braunkohlerevier mit recht nah an der Oberfläche verlaufenden Flözen dafür, dass bald der Tagebau dominierte.

So ist der Besucherstollen im Senftenberger Museum selbst ein historisches Dokument. Er wurde in den frühen 1930er-Jahren angelegt und stellt auf einigen wenigen Metern die Bedingungen und Bestandteile des Bergbaus unter Tage dar, der hier vornehmlich in Handarbeit stattgefunden hat. „Man kann hier vieles von dem sehen, was so ein Bergwerk ausgemacht hat“, sagt Museumspädagogin Christiane Meister. „Es gibt Wettertüren, unterschiedliche Ausbau-Varianten des Stollens und die Gleise, auf denen die Förderwagen, sogenannte Hunte, gezogen wurden. Vor allem den Stubben eines nicht ganz verkohlten Baumes finden viele Kinder faszinierend.“