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Lausitzer Seenland
Der Millionengraben flutet das Seenland

Der Obere Landgraben dient zur Flutung des Sedlitzer und Großräschener Sees. Mancherorts bildet er die Landesgrenze zwischen Brandenburg und Sachsen wie hier zwischen Lieske und Proschim.
Der Obere Landgraben dient zur Flutung des Sedlitzer und Großräschener Sees. Mancherorts bildet er die Landesgrenze zwischen Brandenburg und Sachsen wie hier zwischen Lieske und Proschim. FOTO: Richter-Zippack
Senftenberg. Seit genau einem Jahr strömt Spreewasser durch den Oberen Landgraben Seitdem versorgt er das Lausitzer Seenland. Von Torsten Richter-Zippack

Fast zehn Millionen Kubikmeter Wasser sind seit der Inbetriebnahme bereits durch den Oberen Landgraben geströmt. Das Nass dient der Flutung des Sedlitzer und insbesondere des Großräschener See. Allein im vergangenen Jahr wurden in das Restloch des Tagebaus Meuro nach Angaben der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) insgesamt 22,7 Millionen Kubikmeter Wasser eingeleitet. Der zwischen Oberem Landgraben und Großräschener See befindliche Sedlitzer See dient dagegen aktuell nur als Weiterleiter des Wassers, das über die Bahnsdorfer Pumpstation in den Großräschener See transportiert wird. Während dieser bereits in diesem Jahr seinen Endstand erreichen soll, werde dies beim Sedlitzer See erst zu Beginn des nächsten Jahrzehnts der Fall sein.

Der Obere Landgraben wird laut LMBV-Sprecher Dr. Uwe Steinhuber vor allem in den Sommermonaten genutzt. Gegenwärtig erfolge die Überleitung von 1,6 Kubikmeter Wasser je Sekunde. Im Maximum seien 2,5 Kubikmeter pro Sekunde möglich. Das Nass werde an der Pumpstation Spreewitz der Spree entnommen und über acht Kilometer lange Rohrleitungen bis zum offenen Graben geleitet. Dieser führt auf viereinhalb Kilometern zum Verteilerwehr Bluno. Dort geht es zum einen in Richtung Sabrodt und zum anderen in Richtung Lieske bis zum dortigen Nordostufer des Sedlitzer Sees.

Ursprünglich war auch vorgesehen, Neißewasser zur Flutung der Restlochkette einzusetzen. Diese Möglichkeit habe aktuell nur eine optionale Funktion. Ist die Flutung der Tagebaurestlöcher abgeschlossen, werde der Obere Landgraben voraussichtlich wieder verfüllt.