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Lausitzer Seenland
Abtragen der Insel im Senftenberger See bleibt tabu

Blick auf die Insel im Senftenberger See. Das rund 550 Hektar große Eiland steht nach wie vor unter Bergrecht.
Blick auf die Insel im Senftenberger See. Das rund 550 Hektar große Eiland steht nach wie vor unter Bergrecht. FOTO: LMBV/Peter Radke
Senftenberg. Die Bergbausanierer wollen die für Wassersportler gefährlichen Untiefen im Senftenberger See mit schwimmender Technik beseitigen. Von Torsten Richter-Zippack

Der Senftenberger See misst eine Fläche von rund 1300 Hektar. Die Insel im Südteil nimmt etwa 250 Hektar ein. Das Eiland bereitet den Bergbausanierern zunehmend Sorgen, verändert es sich doch erheblich. Insbesondere die Schüttrippen im Nordteil, von den Einheimischen als Insel-Finger bezeichnet, fließen ins Wasser, wo dann die für Wassersportler gefährlichen Untiefen entstehen. Diese Rippen sind durch den Betrieb der Abraumförderbrücke im Tagebau Niemtsch, aus dem der Senftenberger See hervorgeht, entstanden. Die Insel selbst stellt die Innenkippe des einstigen Tagebaus dar.

Die Experten der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) wollen die Untiefen mittels schwimmender Technik abtragen. Nach Angaben von LMBV-Sprecher Dr. Uwe Steinhuber fallen dabei rund 180 000 Kubikmeter Erdmassen an. Diese sollen über kurze Distanz zu den tiefen Seebereichen transportiert und dort verbracht werden.

Dabei stellt sich die Frage, ob die Insel im Senftenberger See nicht in Gänze abgebaggert werden könnte, um die von ihr ausgehenden Gefahren gänzlich zu beseitigen. Unmöglich, sagt aber die LMBV. Der Grund: Das Eiland ist als Naturschutzgebiet und Flora-Fauna-Habitat streng geschützt. Zahlreiche gefährdete Tierarten, insbesondere Vögel, sind dort beheimatet beziehungsweise Gäste auf Zeit. Der Naturschutzfonds Brandenburg erarbeitet gerade einen auf die Insel zugeschnittenen Schutz- und Bewirtschaftungsplan.

Frühestens im kommenden Jahr sollen die Schwimm- und Saugspülbagger im Senftenberger See ihr Werk beginnen. Allerdings ist bereits seit Kurzem die Sperrbereichsgrenze rund um die Insel erweitert worden. Sie soll nach Angaben der zuständigen Landesbehörden noch im April entsprechend ausgetonnt werden.

Die schwimmende Technik hat sich laut der LMBV bereits andernorts im Lausitzer Seenland bewährt. Untiefen wurden auf diese Weise bereits im Geierswalder See beseitigt. Derzeit ist die Technik im Sedlitzer See präsent und bald auch im benachbarten Großräschener See. Große See-Inseln in den Gewässern des Lausitzer Seenlandes besitzen Seltenheitswert. Lediglich der Gräbendorfer See kann mit seinem rund 20 Hektar messenden Eiland mithalten.