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Der Gutshaus-Investor ist ein Glücksfall für Mehßow

Klein Mehßow. Mal kein Rundgang durchs Dorf, sondern ein Vortrag mit vielen Fotos. Mit dieser Schlechtwettervariante konnten die Jurymitglieder beim Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" im Versammlungsraum der Feuerwehr von Klein Mehßow gut leben. Daniel Preikschat

Denn Ortsvorsteherin Roswitha Reiche konnte so kompakt und anschaulich über die beiden Dörfer Groß Mehßow und Klein Mehßow informieren.

So erfuhren die neugierigen Besucher unter anderem vom Städte- und Gemeindebund, vom Landesamt für Ländliche Entwicklung sowie aus verschiedenen Ämtern des Oberspreewald-Lausitz-Kreises, mit welchen Pfunden die Calauer Ortsteile wuchern können. Da ist das viele Grün entlang der Straßen, das die Dorfbewohner selbst in gepflegten Zustand halten. Da ist weiterhin das rege Dorfleben mit regelmäßigen Veranstaltungen. Die äußerst engagierte Kirchengemeinde habe weitgehend selbst die Sanierung der Kirchenfassade sowie die Rekonstruktion der Orgel finanziert, hieß es. Kinder finden ausreichend Spielgeräte vor und die Grundstücke im Ort sind sämtlich belegt. Was klar für die Attraktivität beider Dörfer spreche, so die Ortsvorsteherin. Dennoch könnte für Groß und Klein Mehßow noch besser geworben werden.

Ferner beeindruckend für die Dorfexperten: In Mehßow bekommt jeder Einwohner regelmäßig Postwurfsendungen mit wichtigen Bürgerinformationen. Der Ort hat eine eigene Hymne und den ersten Teil einer Chronik, die recht voluminös ist und angeschaut werden konnte. "Was denn, das dicke Buch da", sagte etwa Rudolf Kupfer, "das ist ja Wahnsinn."

Vor allem aber die Pläne für das idyllisch gelegene Gutshaus in Groß Mehßow machten die Kommissionsmitglieder neugierig. Dass es einen Investor aus der Region mit gutem Ruf gibt, der das Objekt samt maroder Nebengebäude erwerben, entwickeln und unterhalten will - das sei ein "Glücksfall" für Groß Mehßow, war man sich einig. Zumal die Ärztin aus Finsterwalde auch noch bereit sei, einen gewissen Anteil zu leisten für ein neues Begegnungszentrum im Dorf, wie Bürgermeister Werner Suchner (parteilos) ergänzte. Man sei hier im Gespräch. Eher scherzhaft sagte Rudolf Kupfer: "Wenn ihr den Investor nicht wollt, dann gebt ihn uns." Wobei mit "uns" die Bewohner Lindenaus gemeint sind, zu denen Kupfer zählt. Der Ort habe ein schönes Schloss, aber keinen Investor dafür mit Nutzungskonzept.

Nachfragen gab es außerdem zu den Alpakas im Ort, die laut der Ortsvorsteherin besonders für die Kinder eine Freude sind. Auch über Verkaufsbus und Radverleih erkundigten sich die Jurymitglieder, die im übrigen mit Kuchen und Wienern gut verköstigt wurden. Viola Kasprick vom Radverleih bestätigte, dass es gut laufe. Gefragt sei etwa das E-Bike-Tandem.