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Der Großvermieter trotzt den schwierigen Zeiten

Senftenberg. Die Gesellschafter der Kommunalen Wohnungsgesellschaft (KWG) Senftenberg haben mit dem nunmehr amtlichen Jahresabschluss für das vergangene Geschäftsjahr eine positive Bilanz gezogen. Das teilt Unternehmenssprecher Ralf Weide mit. Kathleen Weser

Die Zahl der Mieter in Senftenberg, Großräschen, Schipkau, Ort rand und Umgebung ist rückläufig. Dies ist auch in den Mieteinnahmen erkennbar. Bei den noch verbliebenen etwa 7500 von einst 12 000 Wohnungen und Gewerbeeinheiten ist der Rückgang deutlich. Etwa 10,8 Prozent hoch ist der Leerstand aktuell. Dieser beeinträchtigt das Wirtschaften trotz laufenden Rückbaus von Wohnungen trotzdem erheblich.

"Unsere älteren Mieter wollen so lange wie möglich selbstbestimmt in ihrer bisherigen Wohnung leben. Damit das möglich ist und auch gut funktioniert, ist umfangreich in den Bestand an altersfreundlichen Wohnungen investiert worden", teilt Weide weiter mit. Damit die Wohnungen bequemer zu erreichen sind, sind bisher 20 Aufzugsanlagen nachträglich eingebaut worden. Mit 13,8 Prozent an altersgerechten und altersfreundlichen Wohnungen liegt der Anteil im Wohnungsbestand der KWG über dem veröffentlichten Vergleichswert des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) von etwa 11,8 Prozent in Brandenburg.

Im Jahr 2000 waren von den 11 759 Wohnungen 789 besonders für Ältere und Behinderte geeignet, mit dem Ende des Jahres 2016 sind es 1043 der verbliebenen 7537 Wohnungen. Zudem liegen 1568 Wohnungen im Erdgeschoss und sind damit im erweiterten Sinn altersfreundlich.

Im vergangenen Jahr sind etwa zwölf Millionen Euro für Instandhaltung und Modernisierung der Wohnungen sowie für den Stadtumbau investiert worden. Seit dem Jahr 2000 stehen 170 Millionen Euro zu Buche. "Der Schwerpunkt der Modernisierungs- und Sanierungstätigkeit lag in der bedarfsgerechten Sanierung der Mietwohnungsbestände und im Schaffen von individuellen Wohnungsangeboten", erklärt Ralf Weide weiter.

Durch das Zusammenwirken von Banken, Gesellschaftern und Unternehmen sei das Wirtschaften auch unter extremen Leerstandsbedingungen möglich. Das Unternehmen sei durch konsequentes wirtschaftliches Handeln in der Lage, aus eigener Kraft zu bestehen und werde auch in den folgenden Jahren die Herausforderungen meistern.

Zum Thema:
Die Gesellschafter der Kommunalen Wohnungsgesellschaft (KWG) Senftenberg sind die Stadt Senftenberg (53 Prozent), Großräschen (24), die Gemeinde Schipkau (16,6), die Stadt Schwarzeheide (5,7) und Ortrand (0,8). Die Stammeinlage des Unternehmens ist 62 500 Euro hoch.Von den etwa 7500 Standardwohnungen befinden sich mehr als 3600 in Gebäuden in Platten-, Block- und Ziegelbauweise. Wohnraum für den kleinen Geldbeutel in teil- und unsanierten Objekten und in vierten und fünften Etagen ohne Aufzug sind mehr als 1500 im Bestand. Wohnungen gehobenen Standards (kleinteilige, neuere und sanierte Objekte) sind etwa 1100 vorhanden.Der Einwohnerrückgang ist auch am Mietgeschäft deutlich abzulesen. Die Prognose für Oberspreewald-Lausitz liegt bis zum Jahr 2030 bei einem Minus von weiteren 14,3 Prozent.