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| 22:37 Uhr

Umfrage
Der Frauentag als Feiertag? „Eine nette Idee“

 Sandra Peschel hält es für fair, den Frauentag zum Feiertag zu erklären.
Sandra Peschel hält es für fair, den Frauentag zum Feiertag zu erklären. FOTO: LR / Daniel Roßbach
Senftenberg. Zum ersten Mal ist der Frauentag am 8. März in Berlin ein Feiertag. Was denken Senftenbergerinnen darüber? Von Daniel Roßbach

Seit knapp hundert Jahren wird der 8. März als Frauentag gefeiert. Auf Initiative sozialistischer Organisationen wurde dieser Tag dem Streben nach Emanzipation und Gleichberechtigung gewidmet. Seit das Berliner Abgeordnetenhaus im Januar dafür gestimmt hat, den Frauentag offiziell als Feiertag anzuerkennen, gibt es dort in dieser Woche zum ersten Mal anlässlich des Frauentags frei. Die Berliner Koalition aus SPD, Linken und Grünen sieht darin „ein starkes politisches Signal“. Die frauenpolitische Sprecherin der oppositionellen FDP-Fraktion, Maren Jasper-Winter, kritisiert die Entscheidung dagegen als „reine Schaufensterpolitik“. Die RUNDSCHAU hat sich in Senftenberg nach Meinungen dazu umgehört, ob der 8. März auch in Brandenburg ein Feiertag werden sollte.

Ramona Hildebrand hält es für ungerecht, dass der Frauentag kein Feiertag ist. „Der Herrentag zu Himmelfahrt ist schließlich nicht nur selbst ein Feiertag, sondern immer auch eine gute Gelegenheit für Brückentage.“ Schon als Jugendliche habe sie ihre Mutter gefragt, welcher Tag denn neben dem Mutter- und dem Vatertag ihr zustehe. Während die junge Frau damals in der Folge von ihrer Mutter am 8. März Blumen geschenkt bekam, erfährt der Frauentag heute zum Teil nun auch formelle Anerkennung. Ramona Hildebrand begrüßt das. Und weist darauf hin, dass an diesem Tag schließlich traditionell interessante Veranstaltungen stattfänden, die zu besuchen für Berufstätige mitunter schwer sei. „Auch wenn Feiertage für uns als Selbstständige nur begrenzt gelten“, ergänzt die 37 Jahre alte Geschäftsfrau, die mit ihrem Mann ein Geschäft für arabische Lebensmittel und Spezialitäten in der Senftenberger Innenstadt betreibt.

 Britta Schmidt sieht viele Anlässe, die Anerkennung etwa in Form eines Feiertags verdient hätten.
Britta Schmidt sieht viele Anlässe, die Anerkennung etwa in Form eines Feiertags verdient hätten. FOTO: LR / Daniel Roßbach

Auch die Buchhändlerin Britta Schmidt (56) aus Senftenberg hält es für eine „ganz nette Sache, dass der Frauentag jetzt ein Feiertag ist.“ Doch einen Leidensdruck spüre sie nicht, weil das in Brandenburg bisher gar kein Thema ist. „Es gibt schließlich auch viele andere Anlässe, die es verdienen, mit einem Feiertag gewürdigt zu werden. Und die Tradition, den Frauentag zu feiern, gibt es gerade hier in der Region auch ohne einen Feiertag schon lange.“

 Ramona Hildebrand ist dafür, den Frauentag zum Feiertag zu erklären.
Ramona Hildebrand ist dafür, den Frauentag zum Feiertag zu erklären. FOTO: LR / Daniel Roßbach

Sandra Peschel fände es fair, wenn nicht nur die Berliner, sondern auch die Brandenburgerinnen am Frauentag frei bekämen. Die 37-jährige Standesbeamtin fände es gerecht, wenn Frauen einen ihnen gewidmeten Feiertag bekämen. Allerdings fällt es der Senftenbergerin schwer, einen anderen Feiertag zu benennen, den man einem ersatzweise aufgewerteten Frauentag opfern könnte.