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| 03:04 Uhr

Der Ernst-Sauer-Platz ist eingeweiht

Geburtstagsfest für Ernst Sauer auf dem am Mittwoch geweihten neuen Ernst-Sauer-Platz in Senftenberg.
Geburtstagsfest für Ernst Sauer auf dem am Mittwoch geweihten neuen Ernst-Sauer-Platz in Senftenberg. FOTO: Steffen Rasche/str1
Senftenberg. Freunde, Weggefährten, Förderer und Interessierte füllten am Mittwochnachmittag den frisch geweihten Ernst-Sauer-Platz in Senftenberg. Bei strahlendem Sonnenschein sind Namensweihe und Ausstellungseröffnung zu einem kleinen Kulturfest geworden. Heidrun Seidel

Sie sind aus Senftenberg, Cottbus, Calau oder anderen Lausitzer Städten gekommen. Sie freuen sich über ein Wiedersehen, genießen die Sonnenstrahlen, lachen und sprechen miteinander, lauschen der jazzigen Musik von Micha Winkler und Matthias Macht von der Dresdener Band "Placebo Flamingo", entdecken in der kleinen Ausstellung in der Galerie von Schmuckdesignerin Christine Przybilski plastische Kleinode und genießen ein Gläschen Sekt. So wird aus der offiziellen Namensweihe eine lockere Feier von Freunden und Bewunderern, Weggefährten und Entdeckern zum 90. Geburtstag von Ernst Sauer. Die hätte in ihrer Leichtigkeit dem so Geehrten vermutlich gefallen, wenngleich ihn Namensweihe und Stele wohl eher verlegen gemacht hätten. Denn großzügig und hilfreich habe sie den Menschen Ernst Sauer kennengelernt, sagt Christine Przybilski, aber auch zurückhaltend und ohne Allüren. Sie gehört zu dem Senftenberger Künstlerkreis, der gemeinsam mit Sauers Witwe Hildegard angeregt hat, dem kleinen Platz seinen Namen zu geben. Nun freut sie sich, dass Senftenberg nicht erst in 100 Jahren den Künstler ehrt, sondern zu einer Zeit, in der viele, die ihn kannten und schätzen, noch dabei sein können. Denn, das sagt auch Bernd Gork, der nach der beruflichen nun die ehrenamtliche Betreuung der Kunstsammlung Lausitz in die Hand genommen hat, Sauer habe "in unserer Stadt und in der Region Bleibendes hinterlassen, das es zu bewahren gilt". So erinnert er an das Straußenpaar im Tierpark, an Waschbären und Pinguine und andere Tierplastiken, die aus Sauers Hand stammen. Vor allem aber sei es "immer wieder der Mensch in den unterschiedlichsten Erscheinungsformen, dem der plastische Gestaltungswillen des Bildhauers galt": von der "Jungen Lehrerin 1964 für Cottbus, die "Jungen Sportler" 1966 vor der Senftenberger Sporthalle über die drei Mädchen des Calauer Brunnens 1977 bis zu den Figuren "Spiel am Wasser" von 1980/81, die heute den Senftenberger Neumarkt bereichern. "Psychologisch feinfühlig" werden sie beschrieben und "im Auswägen der Formbewegung sicher gestaltet". Vor allem aber in der Kleinplastik habe sich Sauers Fantasie, Kreativität und Experimentierfreude gezeigt.

Zum Thema:
Ernst Sauer ist am 24. April 1923 in Dresden geboren und in Meißen aufgewachsen. Nach der Lehrer als Keramikmodelleur muss er in den Krieg und kehrt 1949 aus der Kriegsgefangenschaft zurück. Er arbeitet als Gebrauchswerber und studiert von 1952 bis 1957 in Dresden Kunst, geht dann nach Berlin als freischaffender Künstler. Ab 1961 wird die Lausitz seine Wahlheimat. Sein bildhauerisches Erbe ist auch in Senftenberg an vielen Stellen zu sehen.