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| 18:16 Uhr

Lausitzer Seenland
Der die Urlauber ins Rollen bringt

Eckhard Hoika ist vor 15 Jahren Touristiker geworden. Er kann sich keinen schöneren Job mehr vorstellen, als Urlaubern Erlebnisse zu bieten.
Eckhard Hoika ist vor 15 Jahren Touristiker geworden. Er kann sich keinen schöneren Job mehr vorstellen, als Urlaubern Erlebnisse zu bieten. FOTO: LR / Catrin Würz
Großkoschen. Eckhard Hoika hat sich vor 15 Jahren mit Mut und Visionen in das Dasein als Tourismus- Unternehmer im Lausitzer Seenland gestürzt. Seit zehn Jahren lässt er die Seeschlange fahren. Von Catrin Würz

„Und was machst Du dann im Winter?“ - An diese meist gestellte Frage erinnert sich Eckhard Hoika heute immer noch mit einem Schmunzeln, wenn er an seinen Start als Tourismusunternehmer mit einer Ich-AG im gerade erst entstehenden Lausitzer ­Seenland denkt. Damals, im Jahr 2003, war die Region zwischen Großräschen und Hoyerswerda eine einzige große Landschaftsbaustelle - und die Vorstellung von boomendem Tourismus erst eine kühne Idee. Wo heute bei Großräschen, Sedlitz und Geierswalde glitzernde Seen das Bild prägen, waren damals riesige Restlöcher ausgekohlter Tagebaue zu finden. Die Vision von einer Seenlandschaft mit untereinander verbundenen Gewässern, die reizvoll für viele Urlauber und Gäste aus Nah und Fern sein könnte, gab es zwar schon. Dennoch gehörte damals reichlich Mut dazu, an diese Chance für die Region fest zu glauben und seine berufliche Zukunft danach auszurichten.

Eckhard Hoika, damals Klempner und Installateur aus Altdöbern, hatte diesen Mut. Im Frühjahr 2003 absolvierte der leidenschaftliche Bergwanderer und Orientierungsläufer zunächst ein Praktikum beim Zweckverband am Senftenberger See. „Ich wollte in das Thema einfach mal reinschnuppern“, erinnert sich der heute 59-Jährige zurück. Schon wenige Wochen später ging Hoika ab Juli mit dem eigenen Einmann-Betrieb unter dem Namen Aktiv-Tours und einer Liste mit verschiedenen Wanderungen und geführten Radtouren durch die Bergbaufolgelandschaft an den Start. Als Gästeführer, der über seine eigene Heimat im Wandel berichtet, war der in Sedlitz aufgewachsene Touristiker fortan voll in seinem Element - und ist es bis heute.

15 Jahre später blickt Eckhard Hoika heute auf den erfüllten Traum vom eigenen Reiseunternehmen. Acht fest angestellte Mitarbeiter und 12 bis 15 Saisonkräfte gehören zu seinem kleinen Betrieb, der inzwischen Touren durch das gesamte Lausitzer Seenland mit allen möglichen Fortbewegungsmitteln anbietet: mit dem Fahrrad oder dem Kleinbus, mit Segways oder mit den beiden Seeschlangen, einer himmelblauen und einer grasgrünen Touristenkleinbahn.

Die Anschaffung der ersten Seeschlange vor genau zehn Jahren war eine Zäsur für das kleine Tourismusunternehmen, zu dem seit 2005 auch schon der Fahrrad- und Tretmobile-Verleih am Senftenberger See gehört. Damit bringt Eckhard Hoika viele der Seenland-Urlauber ins Rollen und in Bewegung. „Und auch solche Gäste mit einem Handicap“, erzählt der 59-Jährige stolz. Denn in seinem Fahrrad-Fuhrpark in Großkoschen sind auch Tandems für Touren mit blinden und sehbehinderten Menschen sowie Handbikes und ein Rollfiez als Kombination aus Fahrrad und Rollstuhl zu haben. Barrierefreier Tourismus soll im Lausitzer Seenland nicht nur eine leere Worthülse sein.

Das Erfolgsrezept für sein Touristiker-Daseins sieht Hoika vor allem darin, „ständig mit neuen Ideen auf die Urlauber zuzugehen. Denn die wollen immer wieder etwas Neues“, sagt er. Für dieses Jahr sind zum Beispiel gleich mehrere Premieren geplant: Ab August soll zum Beispiel eine dreistündige Bustour unter dem Titel „Weinland Lausitz“ zu den Weinbergen in der Region angeboten werden. Bereits am heutigen Donnerstag startet die erste Froggi-Tour - ein nur eineinhalbstündiger Ausflug mit der Seeschlange speziell für Familien mit Kleinkindern.

Die Frage, was sein Unternehmen denn im Winter macht, muss Eckhard Hoika heute schon lange nicht mehr beantworten: „Eine erfolgreiche Frühlings- und Sommersaison muss im Winter vorgedacht und vorgeplant werden. Ideen suchen, Partner begeistern, organisieren, buchen. Da bleibt auch im Winter viel zu tun.“