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Der Arbeitsplan für den Kroppener Petzold-Park steht jetzt

Der Kroppener Park mit dem Schloss, das der Hoyerswerdaer Landrat 1948 sprengen und abreißen ließ.
Der Kroppener Park mit dem Schloss, das der Hoyerswerdaer Landrat 1948 sprengen und abreißen ließ. FOTO: str
Kroppen. Baustart soll nach dem Erntefest sein. Barrierefrei zugängliche Sanitäranlage entsteht im historischen Fachwerkhaus. Einigung zum Wegebau erzielt. Kathleen Weser

Im Kroppener Park, dem dörflichen Zentrum der kleinen Gemeinde an der Pulsnitz, wartet ein harter Brocken Arbeit. Den in Bewegung zu bringen, hat auch Bürgermeister Reiner Krämer in den vergangenen Wochen noch einige der wenigen grauen Haare gekostet. Doch jetzt steht der hart verhandelte Arbeitsplan für das Park-Ensemble, das insgesamt 18 Hektar groß ist. Und das Gemeindeoberhaupt ist wieder zuversichtlich.

Schöpfer des Kroppener Parkes war der Pückler-Schüler Eduard Petzold, der auch den herrlichen Park um das inzwischen wieder liebevoll restaurierte Altdöberner Schloss geschaffen hatte.

In Kroppen haben der historische Baumbestand und durch die Begradigung der Pulsnitz auch die von den legendären historischen Orchideen-Vorkommen befreiten Wiesen seit den 70er-Jahren stark gelitten. Und das Schloss war schon 1948 auf Weisung des Hoyerswerdaer Landrates gesprengt und abgerissen worden. Erst spät, im Jahr 1985, hatte die Denkmalpflege den Wert der Parkanlage wiedererkannt. Der Rat des Bezirkes Cottbus hat sie zum Naturdenkmal erklärt - allerdings ohne dessen Grenzen genau zu beschreiben. Die Originalpläne sind verschwunden. Die Aktenlage ist äußerst mager. Das hat auch in den 90er-Jahren noch Tür und Tor für zwar gut gemeinte, aber weitere zerstörerische Eingriffe in den

Petzold-Park durch laienhaft geführte Menschenhand geöffnet.

Die Gratwanderung, den Wert der geschaffenen Landschaft wieder auferstehen und auch die modernen Nutzungen im dörflichen Leben weiter zuzulassen, ist sehr schwierig. Aber die kleine Gemeinde stellt sich der Herausforderung. Und die Experten der Denkmalpflege, des Naturschutzes und der Wasserbehörden haben jeweils ein gewichtiges Wort mitzureden. Das aber hat dem Gemeindeoberhaupt die Sprache nicht verschlagen. Im Gegenteil: Der Kroppener Park wird trotzdem der Mittelpunkt des geselligen Lebens bleiben.

Im Fachwerkbau, das aus dem Jahr 1715 stammt, wird eine barrierefrei zugängliche Sanitäranlage geschaffen. Neben der beschaulichen Parkbühne unverzichtbar.

Die Hauptwege des Parkes sollen auf Vordermann gebracht und vor allem auch in der Breite wieder in die alten Bahnen zurückgeführt werden. Das Befestigen erfolgt mit Sandsplitt. In den Holzbestand muss mit sicherer Hand eingegriffen werden, um Parkbäume mit abgelaufener Lebensdauer auch zu ersetzen. Wildwuchs und untypisch gepflanzte Bäume sollen entfernt werden. Petzolds Pflanzplan ist verschwunden. "Wir können uns oft nur auf den noch sichtbaren Bestand und auf alte Bilder und Erzählungen stützen", bestätigt Reiner Krämer. Er träumt davon, die alten Sichtachsen wieder herzustellen. Das erste Finanzpaket ist mit 190 000 Euro geschnürt. Damit aber ist das Werk noch lange nicht vollbracht. Die Brücken und der Schlossteich sind noch zu bearbeiten. Mehr als 100 Bäume von der Sumpfzypresse bis zum asiatischen Ahorn sind nachzupflanzen.

Zum Thema:
Der Petzold-Park in Kroppen hat unter der Pulsnitzbegradigung in den 70er-Jahren besonders gelitten. Vor allem die Wiesenraum-Komposition ist zerstört worden. 1985 wurde der Park zwar als Landschaftsdenkmal besonderem Schutz unterstellt, allerdings ohne diesen räumlich und inhaltlich konkret zu beschreiben. Die Grundidee des Schöpfers Eduard Petzold (1815 bis 1891), eines Meisterschülers des berühmten Gartenkünstlers Fürst Herrmann Pückler-Muskau, ist weiter stark zurückgedrängt worden. In den 90er-Jahren sind ohne Abstimmung mit der Landesdenkmalbehörde wenig sinnvolle Nachpflanzungen erfolgt. Das hat auch Gartendenkmalpfleger Alexander Niemann bestätigen müssen. Jetzt soll das Park-Ensemble auf den Spuren der Ideen des genialen Landschaftsgestalters Eduard Petzold wieder schrittweise vervollkommnet werden, aber auch weiter modernen Nutzungen genügen. Schon das ist eine schwere Gratwanderung. Doch weitere Herausforderungen liegen auf dem Weg, den die kleine Gemeinde nun beschreitet: Die Gesetzeskeule schlägt dreifach zu. Das Park-Areal unterliegt zumindest im Kernbereich dem Denkmalschutz. Zudem ist es als europäisches Schutzgebiet (FFH) ausgewiesen. Und der Hochwasserschutz an der Pulsnitz genießt Priorität.