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Den Heimatverein mit Schützenhilfe verjüngt

Mit dankenden Worten und einem Bildband mit zurückliegenden Höhepunkten des Heimatvereins Märkischheide ist Bernd Pietsch (r.) verabschiedet worden. Neuer Vereinsvorsitzender ist Stefan Kuhla.
Mit dankenden Worten und einem Bildband mit zurückliegenden Höhepunkten des Heimatvereins Märkischheide ist Bernd Pietsch (r.) verabschiedet worden. Neuer Vereinsvorsitzender ist Stefan Kuhla. FOTO: Uwe Hegewald/uhd1
Märkischheide. Bernd Pietsch (60) aus Märkischheide hat viele Jahre für Feststimmung gesorgt – und das Ruder im Heimatverein abgegeben. Uwe Hegewald

(uhd1) Mit einem Mehrjahresrückblick ist in Märkischheide das Wirken von Bernd Pietsch hervorgehoben worden. Zahlreiche Feste, Ortsgestaltungen und Zusammenhänge des Dorfes am Stadtrand von Vetschau tragen die Handschrift des 60-Jährigen. Jetzt hat er das Ruder an Jüngere übergeben.

Rastlosigkeit, Loyalität, Beharrlichkeit, Hilfsbereitschaft oder Fürsorglichkeit - die Liste der Charaktereigenschaften von Bernd Pietsch könnte beliebig fortgesetzt werden. So etwa durch den mit ihm in Verbindung gebrachten Pioniergeist, der bis in das Jahr 1992 zurückreicht. "Bernd hatte einen Flugblattaufruf initiiert und darin die Gründung eines Heimatvereins in Märkischheide angeschoben", erinnert sich Marita Beesk. 24 Märkischheider trafen sich zur Gründungsveranstaltung am 14. Dezember 1992. Ein Jahr später zählte unser Verein bereits 146 Mitglieder, davon 61 Kinder, so das Gründungs- und langjährige Vorstandsmitglied. Ein Verein ist schnell gegründet. Ihn auf Betriebstemperatur zu halten, ist deutlich schwieriger. Bernd Pietsch war das bewusst. In seinem ersten Rechenschaftsbericht (1993) als Vereinsvorsitzender bemerkte er: "Ich hoffe und wünsche mir, dass bei unseren weiteren Tätigkeit noch mehr Vereinsmitglieder von sich aus etwas zum Vereinsleben beisteuern. Denn nur wenn Arbeit und Vergnügen auf viele Schultern verteilt wird, haben alle etwas davon." Trotzdem blieb sehr viel Arbeit an ihm hängen. Wie er Job, Familie und Vereinsleben unter einen Hut bekommen hat, ist vielen Dorfbewohnern bis heute ein Rätsel. Heimatfeste, Zampern, Trachtenumzug, Osterfeuer, Reiterfeste verhalfen dem Dorf zu kultureller Blüte. Mit ihren schmucken Spreewaldtrachten sorgten die Vereinsmitglieder als Botschafter der gesamten Stadt Vetschau auch anderenorts für Blickfänge. Unvergessen bleibt der gemeinsame Bühnenauftritt mit dem Musikverein Vetschau bei der Bundesgartenschau in Cottbus (1995). "Die Jugend führte das erste Mal den Bändertanz auf. Die Presse schrieb danach: "Vetschau kam und die Sonne ging auf", erinnert sich Marita Beesk. Und sie erinnert sich an Bernd Pietsch, der vor und nach externen Auftritten viel Organisatorisches zu schultern hatte. Teilnahmen an Festumzügen in Schmogrow, Burg, Striesow, Neu Zauche und an den Vetschauer Stadtfesten waren Ehrensache. Ebenso Teilnahmen an Lübbenauer Kahnkorsos oder der 800er- Annemarie-Polka in Cottbus. Bei der kürzlich erfolgten Jahreshauptversammlung des Heimatvereins ist Bernd Pietsch nun verabschiedet worden. "Er hat viel für unser Dorf getan. Da Märkischheide keinen eigenen Ortsbeirat, geschweige denn einen Ortsbürgermeister hat, nahm Bernd anstehende Probleme immer wieder in die Hand. Ob die Klärung der Abwasserproblematik, die Dorferneuerungskonzeption oder die Suche nach Lösungen aufgrund vernässter Keller im Jahr 2010 - der Weg ins Rathaus war ihm nie zu müßig", erklärt Marita Beesk. In ihrer Laudatio zur Verabschiedung von Bernd Pietsch fasste sie das jahrelange, ehrenamtliche Engagement des rastlosen Mitbürgers zusammen. Ebenso unvergessen bleiben Aktivitäten wie das Sammeln von Spendengeldern für Betroffene des Elbe-Hochwassers oder private Initiativen, wie die Treffen zur Wintersonnenwende, im heimischen Garten, an der Seite seiner verständnisvollen Ehefrau Martina. Bereits im Jahr 2003 ist Bernd Pietsch zum Tag des Ehrenamts im Kreis gedankt worden. Die Vereinsarbeit ist jetzt in jüngere Hände gelegt, Stefan Kuhla (36) zum Vorsitzenden gewählt. Damit ist die vier Jahre währende Verjüngungskur des Vorstandes vollendet. Alle sieben Mitglieder sind zwischen 30 und 40 Jahre. "Wir Alten stehen aber immer noch beratend und unterstützend zur Seite", versichert Marita Beesk.