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| 03:03 Uhr

Den Elster-Badestrand gibt es noch

Blick auf den alten Flusslauf der Sornoer Elster am nördlichen Ortsausgang von Kleinkoschen. Foto: T. Richter/trt1
Blick auf den alten Flusslauf der Sornoer Elster am nördlichen Ortsausgang von Kleinkoschen. Foto: T. Richter/trt1 FOTO: T. Richter/trt1
Kleinkoschen. Kaum jemand weiß heute noch, dass das Senftenberger Gewerbegebiet Grünstraße auf historisch bedeutsamen Boden steht. Denn genau dort, wo heute ein Baumarkt seine Waren feilbietet, mündete einst die Sornoer in die Schwarze Elster. Heute ist von dem Flüsschen so gut wie nichts mehr, vom namensgebenden Dorf überhaupt nichts mehr geblieben. Torsten Richter

Wer heutzutage auf aktuellen Landkarten nach der Sornoer Elster Ausschau hält, wird vergeblich suchen. Stattdessen muss ein mindestens 70 bis 80 Jahre altes Kartenblatt herangezogen werden, um den einstigen Flusslauf nach zu verfolgen. Denn das Fließgewässer ist bis auf wenige Reste weitestgehend verschwunden.

Einst hatte die Sornoer Elster ihren Ursprung in den beiden Landgräben. Der Obere und der Untere Landgraben besaßen ihre Anfänge im Gebiet von Sabrodt und Terpe südwestlich von Spremberg. Ab einem Zufluss unweit von Groß Partwitz trug das Fließgewässer zunächst die Bezeichnung Sornische Elster (Karte von Schenk, 1757), später Sornoer Elster. Laut der Chronik für die Gemeinde Sorno-Rosendorf wurde der Fluss auch Wolschinka genannt. Dieser Begriff kommt aus dem Sorbischen und bedeutet so viel wie Erlenwasser. Erst im 19. Jahrhundert soll die Sornoer Elster ihren endgültigen Namen erhalten haben.

Mehrere Mühlen, beispielsweise die Wolschink-Mühle zwischen Kleinkoschen und Sedlitz, nutzten einst die Wasserkraft zum Mahlen des Getreides.

Verändertes Landschaftsbild

Schon zeitig veränderte der Bergbau maßgeblich das Landschaftsbild links und rechts der Sornoer Elster. Nach Angaben von Helmut Ruhland, Vorsitzender des Heimatvereins Kleinkoschen, erfolgte die erste Umverlegung der Sornoer Elster bereits Ende der 1920er-Jahre. Bereits sieben Jahrzehnte zuvor war die Regulierung der benachbarten Schwarzen Elster vorgenommen worden.

In diesem Zuge bauten die Arbeiter auch an der Sornoer Elster einen Deich bis in Höhe der Wolschinkmühle. Laut der Kleinkoschener Chronik verschwand durch diese Maßnahme der einstige Auencharakter der Landschaft im Raum Groß- und Kleinkoschen. So trockneten viele einstmals krumme Läufe aus und verwandelten sich bestenfalls zu kleinen Tümpeln. Immerhin konnten durch die Meliorationen in den Elsterläufen zwischen Kleinkoschen und Buchwalde rund 200 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche neu gewonnen werden.

Helmut Ruhland kann sich noch an seine sommerlichen Badeausflüge zur Sornoer Elster gut erinnern. "Die Wasserqualität war durch den Bergbau zwar nicht mehr die beste, aber abgekühlt haben wir uns trotzdem prächtig." In Höhe der Kleingartenanlagen unweit des Wasserwerkes zwischen Buchwalde und Kleinkoschen existiert sogar noch heute ein kleines Stück des ehemaligen Badestrandes. Allerdings sind dafür schon detaillierte Kenntnisse erforderlich, um diesen zu finden.

Zweite Umverlegung 1940

Heute sind darüber hinaus Bruchstücke der ersten Sornoer-Elster-Verlegung unweit des Rostigen Nagels erkennbar. Um das Jahr 1940 erfolgte die zweite Umverlegung dieses Fließgewässers. Der fortschreitende Tagebaubetrieb der Ilse AG forderte seinen Tribut. Wer von Kleinkoschen in Richtung der Landmarke fährt, erblickt unmittelbar hinter dem Ortsausgang in der scharfen Doppelkurve noch einen Stück dieses Flussbettes. Sogar die alte Brücke des Weges nach Sedlitz ist noch vorhanden. Allerdings befindet sich in der Sornoer Elster kaum mehr Wasser. Lediglich bei Hochwasser ihrer großen Schwester werde diese Fläche zum zügigen Abfluss genutzt.

Mündungsbereich erkennbar

Selbst der Mündungsbereich der Sornoer in die Schwarze Elster ist noch heute für geübte Augen erkennbar. Und zwar an den knorrigen Alteichen, die unweit des Gewerbegebietes Grünstraße in Senftenberg den alten Flussverlauf markieren. Dort, wo sich einst die Sornoer mit der Schwarzen Elster vereinte, steht heute übrigens der Toom-Baumarkt.