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Laufaktion
Dem Advent entgegengelaufen

Knapp an einem neuen Teilnehmerrekord vorbeigelaufen: Mit 222 Teilnehmern fehlten dem 18. Senftenberger Nikolauslauf nur drei Starter, um das Vorjahresergebnis zu überbieten. Aufgrund von Bauarbeiten gab es in diesem Jahr kleine Änderungen im Streckenverlauf.
Knapp an einem neuen Teilnehmerrekord vorbeigelaufen: Mit 222 Teilnehmern fehlten dem 18. Senftenberger Nikolauslauf nur drei Starter, um das Vorjahresergebnis zu überbieten. Aufgrund von Bauarbeiten gab es in diesem Jahr kleine Änderungen im Streckenverlauf. FOTO: Uwe Hegewald
Senftenberg. Der 18. Senftenberger Nikolauslauf hatte 222 Teilnehmer und liegt damit auf dem Vorjahresniveau. Der Sieger der langen Distanz heißt zum dritten Mal Roland Geissler. Von Uwe Hegewald

Roland Geissler ist der Superathlet des 18. Senftenberger Nikolauslaufes. Trotz nasskalter Witterung und Temperaturen um den Gefrierpunkt erreichte der Läufer vom Ski- und Wanderverein (SWV) Lauchhammer nach 17,4 Kilometern in einer Zeit von 1:06:45 als Erster das Ziel.

Roland Geissler? Hatte der nicht schon 2015 und 2016 die lange Distanz für sich entschieden? Richtig. „Den Titel verteidigen zu können, ist schon eine feine Sache. Eigentlich wollte ich nur mal sehen, was von der Kondition noch übrig geblieben ist“, erklärt er. Am 29. Oktober nahm der 57-Jährige in Frankfurt/M. an den Deutschen Meisterschaften im Marathon teil und lief in seiner Altersklasse (M 55) zum Vizemeistertitel. Beste Ausgangsbedingungen also für den Nikolauslauf am Senf­tenberg See.

Insgesamt gingen am Samstagvormittag 222 Läuferinnen, Läufer und Nordic-Walker an den Start. Vier Läufer mehr, und es hätte zum dritten Mal in Folge einen neuen Teilnehmerrekord gegeben. Aber egal. Mitgestalter des rund 30-köpfigen Veranstalter-Teams tuscheln hinter vorgehaltener Hand: Viele kommen doch nur wegen unserem leckeren Kuchen und den warmen Getränken, scherzen sie augenzwinkernd. Seit 18 Jahren tragen die Senftenberger Nikolausläufe die Handschrift der SPD-Ortsgruppe, die in diesem Jahr 17 Bleche selbst gebackenen Kuchen beisteuert. „Soll noch mal einer sagen, die SPD bekommt nichts gebacken“, schallt es scherzend aus der Menge.

Sabine Rischow und Britta Ull­mann attestieren den Veranstaltern einen soliden Wettbewerb. „Klasse Versorgung, interessanter Streckenverlauf, gute Organisation und viele nette Leute“, resümieren die zwei Nordic-Walkerinnen aus Berlin-Blankenfelde. Beide bekennen sich als „Wiederholungstäterinnen“, ist es doch nicht der erste Senftenberger Nikolauslauf, an dem sie teilnehmen. Zwei Stunden und 14 Minuten war das Duo auf der 17,4 Kilometer-Strecke unterwegs und unterbot damit die selbst auferlegte Zielsetzung von 2:20 h. „Ein schöner Jahresabschluss“, fassen, Sabine Rischow und Britta Ullmann zusammen.

Vor Detlef Belaschk ziehen sie respektvoll ihre rot-weißen Nikolausmützen. Der 67-Jährige war mit 1:56:36 der schnellste Walker auf der 17,4 km-Distanz. Seit dem sechsten Lebensjahr treibe er Sport, seit 1989 hält er sich mit Ironman-Triathlon fit. „Irgendetwas muss man doch tun, um in Bewegung zu bleiben. Auch wenn man längst zur Dinosaurier-Klasse zählt“, so der in Berlin geborene, aufgewachsene und bis zuletzt lebende Hauptstädter. Im Februar ist er schließlich nach Senftenberg umgezogen und ist deshalb nun erstmals beim Nikolauslauf angetreten. Auf die Frage, ob es ihn nur deswegen in die Südbrandenburger Kreisstadt verschlagen hat, antwortet Detlef Belaschk augenzwinkernd und so schnell, wie er auch auf der Wettkampstrecke am Senftenberger See unterwegs ist: „Ausschließlich und nur aus diesem Grund.“.

Peu á peu erreichen die Ausdauersportler das Ziel am Senftenberger Stadthafen, wo ihnen schützende Umhänge gereicht werden. Tom Burchert verzichtet dankend und beweist abermals seine Unerschrockenheit gegenüber Kälte. Mit 13 Jahren war der Nachwuchs-Runner aus der Lebkuchenstadt Puls­nitz (Sachsen) der jüngste Starter in kurzen Hosen. Noch vor Ort produziert das vierköpfige Team von Lausitz-Timing druckfrische Urkunden für jeden Teilnehmer. „Auf unserer Website www.lausitz-timing.de können die einzelnen Ergebnisse nachgelesen werden“, informiert ­Sandra Krüger vom Zeit-Dienstleister aus Hohenbocka. Eine weitere Information kommt von Kerstin Weide: „Mit dem Erlös aus dem zurückliegenden Treffen des SPD-Ortsvereins, dem Startgeld-Obolus von einem Euro und den Spenden am Glühweinstand können wir den Kindern und Jugendlichen im DRK-Wohnpark in der Senftenberger Schillerstraße rund 400 Euro zukommen lassen“, so die SPD-Vorsitzende.