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| 02:44 Uhr

Dekra-Pläne offenbaren auch Potenziale für Herbergen

Klettwitz. Vor allem die Motorsportfans haben emotional auf den Verkauf des Lausitzrings an die Prüfgesellschaft Dekra reagiert. Sie befürchten, dass prestigeträchtige Großveranstaltungen wie die Superbike-Weltmeisterschaft oder das Red Bull Air Race in diesem Jahr zum letzten Mal über die Bühne gehen. Jan Augustin

Aber auch viele Hoteliers, Gastronomen und Campingplatz-Betreiber im Süden des Landes befürchten, bald ohne Gäste dazustehen. In den sozialen Netzwerken werden diese Sorgen hoch und runter diskutiert. Der überwiegende Tenor: "Nicht nur ein Schlag ins Gesicht für die Fans. Hotellerie und überhaupt Übernachtungsgewerbe, Gastronomie haben da auch Einbußen." Doch ist dem wirklich so? Die Dekra positioniert sich ausdrücklich zum Motorsport und schließt nicht aus, auch weiterhin Veranstaltungen auf der Anlage durchführen zu lassen, wenn Dritte diese austragen werden.

Zudem kommt ein weiterer Fakt, der ungeahnt positive Auswirkungen auf die Gästezahlen in und um Klettwitz haben könnte. Im ausgebauten Dekra-Technology-Center sollen künftig auch hochwertige Ausbildungs- und Trainingsveranstaltungen rund um automatisierte Fahrfunktionen angeboten werden. Für entsprechende Schulungen ist eine Kapazität von bis zu 500 Teilnehmern pro Tag geplant, bestätigt der Leiter des Technology-Centers Volker Noeske. "Das Engagement am Lausitzring ist ein klares Bekenntnis zum Standort und spielt eine wichtige Rolle bei der Umsetzung unserer Vision, bis zum Jahr 2025 der globale Partner für eine sichere Welt zu werden", betont Vorstandschef Stefan Kölbl.

Zuversichtlich hat sich am Dienstag erneut auch Oberspreewald-Lausitz-Landrat Siegurd Heinze (parteilos) zu Wort gemeldet. "Dekra war in den vergangenen 18 Jahren ein verlässlicher Partner am Standort Klettwitz und ist als Unternehmen weltweit bestens aufgestellt. Alle bisher getätigten Zusagen wurden eingehalten, es wurde umfangreich investiert und neue Mitarbeiter, vordergründig aus der Region, sind eingestellt worden", betont er.

Das Dekra-Technology-Center kooperiert mit Hochschulen der Region und habe zugesagt, diese auch noch ausbauen zu wollen. "Bei dem bevorstehenden Umbruch in der Automobilbranche hin zur Elektromobilität und zum autonomen Fahren kann Dekra zu einem wichtigen Impulsgeber mit europaweiter Ausstrahlung im Süden Brandenburgs werden", glaubt Siegurd Heinze. Er sieht mit dem Verkauf zudem Möglichkeiten, dass ein erster konkreter Ansatz und Beitrag für den in der Region bevorstehenden Strukturwandel geleistet werden kann, "was nicht ausschließt, dass auch weiterhin Motorsportveranstaltungen auf der Rennstrecke stattfinden".