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| 10:57 Uhr

Neue Ausstellung
Das „Sternen-Windrad“ begeistert Jury und Publikum am meisten

Armando Meschkat aus Senftenberg ist für seine Sternenaufnahmen mit mehreren Preisen bedacht worden.
Armando Meschkat aus Senftenberg ist für seine Sternenaufnahmen mit mehreren Preisen bedacht worden. FOTO: Richter-Zippack
Senftenberg. Fotografieren ist für den Senftenberger Armando Meschkat kein Beruf, sondern Berufung. Der 16-Jährige greift sogar nach den Sternen. Damit gewinnt er den 1. Preis beim Foto-Wettbewerb. Von Torsten Richter-Zippack

Was ein Windrad mit dem Wetter zu tun hat? Für Armando Meschkat jedenfalls eine Menge. „Die Windmühlen werden schließlich durch den Wind angetrieben“, sagt der 16-jährige Gymnasiast aus Senftenberg. Darüber hinaus bilden die Windtürme markante Landmarken, die weithin sichtbar sind. Beispielsweise die Exemplare auf der Klettwitzer Hochkippe. „Diese habe ich von Uromas Wohnung im Hochhaus am Senftenberger See fotografiert. Mich haben dabei nicht nur die Windräder, sondern auch der farbenprächtige Himmel und die besondere Stimmung während des Sonnenuntergangs gereizt“, erklärt der Schüler.

Doch es geht noch besser. Man nehme eine Kamera, einen Wald, eine sternenklare Nacht und ein besonders hohes Windrad. Wie beispielsweise einen der vier rund 140 Meter hohen Türme im Dreieck der Dörfer Lieske, Proschim und Bluno. Was dabei herausgekommen ist? Das Windrad mutet mit seinen roten Lichtern wie ein UFO an. Darüber präsentieren sich die Sterne. Oder aber die Aufnahme der Milchstraße. „Dieses Bild ist nachts gegen 2.30 Uhr entstanden. Mit meinem Onkel war ich im Wald der Gemeinde Neu-Seeland unterwegs. Unser Ziel war es tatsächlich, die Milchstraße zu fotografieren“, erzählt Armando Meschkat. Gesagt, getan: Mittels Kamera, Stativ, Fernauslöse, Ultraweitwinkel, Blende acht und ISO 100 inklusive einer Belichtungszeit von 20 Sekunden sei das Vorhaben auch gelungen. Warum gerade 20 Sekunden? „Weil sich ansonsten die Sterne auf dem Foto zu Strichen verwandeln“, sagt der Gymnasiast fachmännisch. Auch den Standort hat Armando Meschkat mit Bedacht ausgewählt: „Ich recherchiere, wo es die geringste Lichtverschmutzung gibt.“ Und da sei Neu-Seeland mit den kleinen Dörfern, großen Wäldern und nicht zuletzt dem nächtlich finsteren Sedlitzer See ideal. In Senftenberg hingegen gebe es zu viele Lampen, die den Blick zu den Sternen nur schwer ermöglichen.

Die Fotografie sei für Armando Meschkat zwar kein Beruf, dafür aber Berufung. Schon von klein auf ziehe der Senftenberger auf der Suche nach spannenden Aufnahmen durch die Gegend. Und Sternenfotografie beherrsche eben nicht jeder. Als während der Eröffnung der zwölften Fotoausstellung des Freundeskreises der Hobbymeteorologen im Senftenberger Rathaus, in der mehrere preisgekrönte Aufnahmen von Armando Meschkat präsentiert werden, der hauptberufliche Meteorologe und Jurymitglied Jürgen Tremmel auf das Nachtbild mit Windrad trifft, will er wissen, ob die Sterne echt seien oder via Bildbearbeitung hinzugefügt wurden. „Echt natürlich“, sagt Armando Meschkat. Und Jürgen Tremmel: „Einfach toll.“

Zwar möchte der junge Mann die Fotografie wohl nicht zum Beruf machen, stattdessen lieber ein Musikstudium ins Visier nehmen. Doch einen großen Fototraum will sich das Mitglied des Kammerorchesters der Musikschule OSL unbedingt einmal erfüllen. „Nämlich die Polarlichter in Norwegen fotografieren.“