Frühere Heimstätte des Stadtgeschichts- und Schradenmuseum ist die einstige Haagschule neben der Stadtkirche St. Barbara. In deren Räumen befand sich zuletzt der Kindergarten "Kunterbunt".

Nach Angaben von Amtsdirektor Kersten Sickert soll dort nicht nur der Heimatverein sein neues Domizil finden, sondern auch weitere Vereine, beispielsweise die Ortrander Senioren. Bis es soweit ist, seien aber noch erhebliche Umbauarbeiten erforderlich.

Heimatvereinschef Denny Duismann hofft, dass der Umzug bereits im kommenden Jahr erfolgen kann. Bislang ist sein Verein einschließlich des Museums in der Böhmschen Villa gegenüber des Bahnhofes angesiedelt. Dort gibt es Amtsangaben zufolge aber erhebliche bauliche Einschränkungen. So sei das Dach defekt. Die Immobilie könnte mittelfristig von der Stadt veräußert werden. Die frühere Haagschule war bereits in den 1950er- und 1960er-Jahren Heimstätte des Ortrander Museums. Später zog die Einrichtung ins Hotel "Stadt Berlin", zur Jahrtausendwende dann an den jetzigen Standort.

Außer für den Heimatverein stand für das Museum in diesem Jahr ein Jubiläum an. Am 15. März 1932, vor 80 Jahren, zog das im Jahr zuvor gegründete Ensemble in die Stadtsparkasse ein. Aus jener Zeit resultiert laut Stadtarchivar Reinhard Kißro die enge Verbindung beider Einrichtungen.

Ab 1935 war das Museum im früheren Pferdestall am Altmarkt 14 zu finden. 1945 kam es zum Totalverlust. Erst in den 1950er-Jahren wagten engagierte Ortrander Bürger einen Neubeginn. Sie präsentierten neue Anschauungsobjekte in verschiedenen Schaufenstern der Stadt, beispielsweise im Milchladen. Kersten Sickert zollte dem Heimatverein höchsten Respekt.

Er selbst erfreue sich tagtäglich an den historischen Malereien im Rathausinneren, an denen das "1912er"-Gremium einen maßgeblichen Anteil besitze. Ralf Uschner, Leiter des Elbe-Elster-Kreismuseums in Bad Liebenwerda, betonte, dass sich die Region mit ihren Schätzen einschließlich des Ortrander Stadtgeschichts- und Schradenmuseums im brandenburg- und deutschlandweiten Vergleich keineswegs zu verstecken brauche.

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Der Bad Liebenwerdaer Museumsleiter Ralf Uschner ist zum 22. Tag der Ortrander Stadtgeschichte mit der Ehrenplakette des Heimatvereins "1912" für Ortrand und Umgebung geehrt worden. "Uschner setzt sich seit Jahrzehnten unermüdlich für die Erforschung der Geschichte der Schradenregion und der Bewahrung ihrer kulturellen Besonderheiten ein", begründete der Ortrander Stadtarchivar Reinhard Kißro in seiner Laudatio. Uschner betonte, dass die Pulsnitzstadt trotz anderer politischer Zugehörigkeit noch immer zum Schraden gehöre. Das vom hiesigen Heimatverein betriebene Stadtgeschichts- und Schradenmuseum müsse sich weder in der Museumslandschaft des Elbe-Elster-Landes noch im überregionalen Maßstab verstecken. Zudem versprach der Historiker, Ortrand in die erste brandenburgische Landesausstellung im Jahr 2014 mit einzubinden. Diese findet auf Schloss Doberlug statt. trt