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Neues Gerätehaus für Guteborner Wehr
Das Guteborner Millionending

Bei Guteborns Feuerwehr-Kameraden rund um Ortswehrführer Felix Nicklich (Bildmitte) wächst unmittelbar vor dem Baustart für das neue Gerätehaus die Spannung. Ihr altes Domizil, die einstige Schlossbrauerei, hat vor gut 20 Jahren letztmals Pinsel und Farbe gesehen.
Bei Guteborns Feuerwehr-Kameraden rund um Ortswehrführer Felix Nicklich (Bildmitte) wächst unmittelbar vor dem Baustart für das neue Gerätehaus die Spannung. Ihr altes Domizil, die einstige Schlossbrauerei, hat vor gut 20 Jahren letztmals Pinsel und Farbe gesehen. FOTO: Steffen Rasche
Guteborn. Die Baukosten für das neue Feuerwehr-Gerätehaus in Guteborn sind explodiert. Die Förderquote verringert sich damit auf 30 Prozent. Das Amt Ruhland muss die Finanzlücke in Höhe von 325 000 Euro stopfen. Von Andrea Budich

Für das beschauliche Amt Ruhland ist das Guteborner Millionding ein ziemlich dicker Coup. Denn die noch vor zwei Jahren bei der Planungsvergabe veranschlagten 650 000 Euro Baukosten haben sich verdoppelt.

Das Ergebnis der Ausschreibung hat den Puls der Amtsausschussmitglieder bei ihrer jüngsten Tagung in Grünewald in die Höhe gepeitscht. Das neue Feuerwehrgerätehaus wird nicht wie zuletzt berechnet 800 000 Euro, sondern 1,125 Millionen Euro kosten. Damit rutscht automatisch auch die Förderquote in den Keller. Die ursprünglich vorgesehene 50-prozentige Förderung liegt jetzt nur noch bei rund 30 Prozent. Auf den Mehrkosten in Höhe von 325 000 Euro bleibt das Amt sitzen.

Gebaut wird trotzdem. Am Dienstag kommender Woche findet bereits die Bauanlaufberatung statt. Ob ein Nachtragshaushalt aufgestellt werden muss, wird derzeit in der Amtsverwaltung geprüft.

„Das Ausschreibungsergebnis hat alle zutiefst erschüttert“, bestätigt Amtsdirektor Roland Adler die Kostenexplosion. Neben der guten Konjunkturlage im Baugewerbe führt er als wesentliche Ursache die Ergebnisse der Baugrunduntersuchung ins Feld. Die darin geforderte deutlich aufwendigere Gründung verschlingt mehr Geld. So muss das neue Gerätehaus auf acht tragende Säulen gestellt werden.

Mit der Standortwahl nördlich der Buswendeschleife an der Weinbergstraße wird dennoch zumindest nicht öffentlich gehadert. „Auch ein anderer Bauplatz in Guteborn hätte an den Baukosten nichts geändert“, erklärt der stellvertretende Amtsdirektor Christian Konzack.

Für die Mehrkosten muss das Amt den Gürtel enger schnallen. Ein Teil wird aus dem Bauhof-Budget abgezogen. So sind 68 000 Euro, die für Materialbeschaffungen geplant waren, vorsorglich von der Kämmerei bereits eingefroren worden. Zusätzlich will Amtsdirektor Roland Adler im Innenministerium prüfen lassen, ob noch eine Möglichkeit besteht, die bereits gewährte Fördersumme zu erhöhen.

Trotz der Kosten, die durch die Decke gegangen sind, hat der Bau des Guteborner Gerätehauses im Amt Priorität. Zähneknirschend, aber mit breiter Mehrheit (bei zwei Enthaltungen aus Ruhland und Grünewald) hat der Amtsausschuss den Bau-Startschuss gegeben. Bis zum Jahresende soll der Neubau stehen. Dann hat das bisherige Domizil der 18 aktiven Guteborner Kameraden in der einstigen Schlossbrauerei seinen Dienst getan. Im Amt ist es das älteste Feuerwehr-Gerätehaus, letztmals 1995 renoviert. Im historischen Gemäuer gehören Schimmel und feuchte Wände zum Feuerwehr-Alltag. „Unsere Einsatzkleidung hängt in der feuchten Fahrzeughalle. Sie ist klamm und stinkt nach Diesel“, beschreibt Ortswehrführer Felix Nicklich (29) die derzeitige Lage. Vom neuen Gerätehaus erhofft sich der Ortswehrführer die Wirkung, Kinder und Jugendliche leichter vom Ehrenamt überzeugen und später bei der Stange halten zu können.

Nach dem Baustart in der kommenden Woche müssen zunächst vier Pappeln an der Weinbergstraße gefällt werden. Die komplette Pappelreihe bis hin zum Sportplatz bleibt indes stehen.