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Fundstücke in der Wäscherei
Das Gebiss in der Waschtrommel

Ehering Nr. 1 ist aus Gold mit silbernem Muster. Eingraviert sind der Name „Günter“ und das Jahr 1956.
Ehering Nr. 1 ist aus Gold mit silbernem Muster. Eingraviert sind der Name „Günter“ und das Jahr 1956. FOTO: Polizei / LR
Senftenberg. In einer Senftenberger Wäscherei sind drei Eheringe aufgetaucht. Außergewöhnliche Fundstücke sind kein Einzelfall. Von Josephine Japke

Außergewöhnliche Fundstücke in der Wäscherei gehören für Veronika Walter von den Integrationswerkstätten Niederlausitz zum Wäscherei-Alltag. „Einmal war sogar ein künstliches Gebiss dabei“, erzählt sie. „Aber keine Sorge, das war ein Einzelauftrag, weshalb der Besitzer schnell gefunden werden konnte und sich über sein aufgetauchtes Gebiss noch am selben Tag gefreut hat“, versichert sie schmunzelnd.

Heutzutage landet so eine Kostbarkeit auch nicht mehr im Flusensieb, sondern bleibt in der Trommel liegen. Übrigens nicht nur in der professionellen Reinigung, sondern auch in der heimischen Waschküche. „Wer glaubt, seine Maschine fresse Socken und Unterwäsche, der täuscht sich. Beides passt für Gewöhnlich nicht durch die dünnen Poren der Trommel“, erklärt Veronika Walter. Bis auf Kleingeld und Haarklammern sollte im Flusensieb nichts zu finden sein.

Zu den Kostbarkeiten, die sie in der Trommel ihrer Firma findet, gehören auch Handys, Schlüssel und Ausweise – alles Dinge, die schnell zugeordnet und den Besitzern zurückgegeben werden können. „Weniger kostbar, aber dafür umso seltsamer, waren Brote, die versehentlich in die Gaststättenwäsche geschmissen wurden und bei uns wieder auftauchten. Die haben wir dann in der Vor-Kontrolle aber aussortiert“, stellt sie lachend fest.

Auch Sylvia Teige, Chefin einer chemischen Reinigung, hat schon so einiges in ihrer Waschtrommel gefunden. „Am häufigsten vergessen die Menschen neben Schlüsseln und Ausweisen auch Kleingeld und Stifte. Natürlich sind auch Taschentücher immer dabei“, erklärt sie. Aber die richten kein ganz so großes Übel an, wie in der heimischen Waschmaschine, da sie sich chemisch zersetzen. „Den Kunden fällt in der Regel selbst schnell auf, dass sie etwas vermissen. Wir finden die Sachen meistens bei der Vor-Kontrolle und können es den Leuten zurückgeben“, berichtet Sylvia Teige. Bisher musste sie aber noch nie etwas bei der Polizei abgeben.

Erst vor kurzem hat eine Senftenberger Firma drei gefundene Eheringe der Polizei überreicht. Ein goldener Ehering mit silbernem Muster und einer Gravur aus dem Jahr 1956, ein weißgoldener Ehering mit der Gravur „Die Liebe besiegt alles“ und ein Ehering aus Gold mit einer Gravur aus dem Jahr 2017 wurden zwischen Mitte Juni und Mitte Juli gefunden. Ein ungewöhnlicher Fund, wie Polizeisprecher Torsten Wendt bestätigt: „Dass drei Ringe auf einmal abgegeben werden, ist durchaus seltsam. Es gibt verschiedene Theorien darüber, wie die Ringe überhaupt in der Reinigung gelandet sind.“ Bisher wurde kein der drei Ringe bei der Kriminalpolizei Senftenberg abgeholt, so der Sprecher.

Der zweite Ehering ist ebenfalls golden und hat eine eingravierte „2017“. Er ist so klein, dass er nur einer Frau passen kann.
Der zweite Ehering ist ebenfalls golden und hat eine eingravierte „2017“. Er ist so klein, dass er nur einer Frau passen kann. FOTO: Polizei / LR
Das dritte Exemplar der gefundenen Schmuckstücke ist ein weiß-goldener Ehering mit der Gravur „Die Liebe besiegt alles“.
Das dritte Exemplar der gefundenen Schmuckstücke ist ein weiß-goldener Ehering mit der Gravur „Die Liebe besiegt alles“. FOTO: Polizei / LR