| 02:45 Uhr

Da hilft nur noch beten . . .

Da hilft nur noch beten. Wenn dieser Satz gesagt wird, ist eigentlich alle Hoffnung vorbei.Es ist schon sehr seltsam, dass Gott als vermeintliche letzte Option noch helfen soll,wenn Ärzte, Schuldnerberater, Beziehungstherapeuten oder wer auch immer in einer Notsituation noch helfen soll. Wirklich geglaubt wird das dann eh nicht.

Aber auch manche Gebete in unseren christlichen Kreisen kommen mir seltsam vor. Da wird für Wohlstand, gute Erziehung der Kinder, Schulnoten oder kleine und große Wehwehchen gebetet, als ob Gott ein großer Wunschautomat wäre und unsere Gebete kleine Zaubersprüche, die nur ordentlich und mit viel Hingabe gesprochen werden müssten, dann klappe das schon mit der Erfüllung des Wunsches.

Ich glaube, das ist die Verkehrung des Ursprungs und Sinnes des Gebetes. Gott stellt sich als der "Ich bin da" vor. (2. Mose 3,14) Gott ist da. Er ist für uns da. Er begleitet uns in unserem Leben. In guten Zeiten und in Notzeiten. Er hat Ratschläge für unser Leben. Die Bibel ist voll davon.

Er will, dass es uns gut geht. Wozu dann noch beten? Weil Beten reden mit Gott ist. Mit dem Gebet pflege ich die Beziehung zu Gott. Ich rede ja auch zu meinen Kindern, Eltern, meinem Ehepartner oder Nachbarn, wenn ich eine gute Beziehung zu ihnen haben will. Ohne Reden geht es nicht.

Da geht es natürlich auch um bitte, danke, Klage und Sorgen. Aber nicht im Sinne, dass Gott das jetzt zu richten habe, sondern dass er einen guten Weg und Hilfsmöglichkeiten anzeigen soll.

Entscheidungen treffen und Schritte in unserem Leben gehen, müssen wir selbst.

Diese Woche beten Christen in ganz Deutschland aus unterschiedlichen Gemeinden miteinander in der Allianz-Gebetswoche. Es ist ein Zeichen, dass wir alle gemeinsam das Bedürfnis und die Notwendigkeit zum Reden mit Gott haben.

Wenn wir eine gute Beziehung zu Gott haben wollen, hilft nämlich nur eins: Beten!

*Regionaljugendwart Region Senftenberg