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Aus dem Gericht
„Die schlimmste Droge der Welt“

Crystal Meth - eine der gefährlichsten Drogen. Am Donnerstag hat das Amtsgericht Senftenberg einen 35-jährigen, stark drogenabhängigen Mann verurteilt.
Crystal Meth - eine der gefährlichsten Drogen. Am Donnerstag hat das Amtsgericht Senftenberg einen 35-jährigen, stark drogenabhängigen Mann verurteilt. FOTO: Fredrik Von Erichsen
Senftenberg. Das Amtsgericht hat am Donnerstag einen Crystal-Abhängigen verurteilt – schon wieder.

Es ist das mittlerweile 24. Urteil gegen den Mann, der zuletzt in Lauchhammer gemeldet war. Seit vier Monaten sitzt der gebürtige Berliner aber im Gefängnis. Das Senftenberger Amtsgericht verdonnerte ihn damals zu einer Strafe von sieben Monaten. Wie im aktuellen Fall ging es um Beschaffungskriminalität. Nun muss der 35-Jährige weitere sechs Monate im Gefängnis verbringen. Was ihm die Staatsanwaltschaft dieses Mal vorwirft, gibt er ohne Umschweife zu und begründet: „Das ist der Crystal-Konsum. Das ist die schlimmste Droge der Welt.“ Im Juli dieses Jahres ist der Verurteilte über ein geöffnetes Fenster in ein Dentallabor in Schwarzheide eingestiegen. Er schnappt sich die Geldbörse, die auf dem Tisch liegt und verschwindet. Später schraubt er zwei Kfz-Kennzeichen von einem Auto ab, montiert diese an einen nicht angemeldeten Opel und fährt dann ohne Führerschein und auf der Suche nach Drogen mit dem Wagen durch die Gegend. Polizeibeamte stoppen ihn, finden das Diebesgut im Fahrzeug – und eine leere Brotbüchse mit Rückständen von Crystal Meth.

Strafrichterin Anett Winkler urteilt am Donnerstag angesichts des staatsanwaltschaftlichen Plädoyers milde. Statt der geforderten einjährigen Strafe, belässt es die Richterin bei der Hälfte und folgt damit auch der Auffassung der Verteidigung, dass die Straftat nicht mit der allergrößten Kriminalität, dafür aber mit einem hohen Amphetaminwert im Blut begangen wurde. „Sie sind schwer drogenabhängig“, fasst Anett Winkler in der Hoffnung zusammen, dass der Verurteilte endlich seine von ihm auch selbst gewünschte Therapie beginnen kann. Denn auch wenn er seit vier Monaten keine Drogen zu sich genommen haben sollte, wie er vor Gericht beteuert, heißt das noch nicht, dass er auch psychisch wieder gesund ist. „Ich tue alles gegen die Droge und will unbedingt die Therapie machen“, sagt er kurz vor der Urteilsverkündung.

(jag)