ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:30 Uhr

Cottbuser Logo fällt in Ungnade – Graf Pückler lehnt neue Wort-Bild-Marke kategorisch ab

Cottbus. Hermann Graf von Pückler war im Ausland – das bundesweite Echo auf das Signet hatte er deshalb vorher nicht mitbekommen. Einen flüchtigen Blick auf einen Entwurf des Signets habe er zwar schon im November werfen dürfen. Jürgen Becker

"Das hatte ich aber nicht ernst genommen", sagt Hermann Graf von Pückler. "Ich habe in dem Metier nicht die allergrößte Ahnung, aber zu dem, was da abgeliefert worden ist, habe ich keinen Zugang." Weder das Fürstliche noch das Energetische erschließe sich aus dem Bild. "Das sieht eher aus wie der Ölbrenner meiner Heizung." Selbst die stilisierte Pyramide in der Wort-Bild-Marke sei für ihn nicht sofort zu erkennen. Das Bild des neuen Signets transportiere keine Aussage, urteilt Graf von Pückler. "Etwas Abstraktes kann ich ertragen, aber dann bitte ohne jeden Bezug zu etwas Realem wie etwa bei dem gelungenen Logo der Deutschen Bank. Das muss dann sauber abstrahiert und simpel sein." Fürst Hermann Ludwig Heinrich von Pückler-Muskau sei ein tiefgründiger Mann gewesen, der nichts dem Zufall oder Laien überlassen habe, sondern bei seiner Suche nach Erkenntnis dicke Bretter gebohrt habe, erklärt dessen Urgroßneffe. "Ich hoffe deshalb sehr, dass die Verbandsversammlung des Marketing- und Tourismusverbandes noch einmal eine andere Richtung einschlägt und eine neue Bild-Marke in Auftrag gibt." Der Vorschlag des Grafen von Pückler: etwas Gegenständliches. "Die Bundesgartenschau hatte ein ordentliches Logo. Auch bei dem neuen Cottbuser Signet müssen die Alleinstellungsmerkmale auf den ersten Blick ersichtlich sein. Man könnte da zum Beispiel mit der Pyramide in Branitz und zwei Kühltürmen arbeiten." Das Wichtigste sei, dass es Touristen anspreche. "Das Signet richtet sich doch an die und nicht an Investoren", so Graf von Pückler. Die beiden Profile Energie und Fürst Pückler, auf die sich die Verbandsmitglieder für die Außenvermarktung der Stadt festgelegt hatten, hält Hermann Graf von Pückler für problematisch. Jürgen Becker