Olaf Schöpe, der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Brandenburg (Dehoga), fordert schnelle staatliche Hilfen für seine Branche. Denn die Herbergen trifft die Coronakrise besonders hart. Die Bundesregierung hat eine Urlaubersperre verhängt. Eine Stornierung nach der anderen flattert bei den Anbietern für die nächsten Wochen und auch Monate ein. Die Folge: Nur noch wenige Geschäftsreisende schlafen in den Hotels und Pensionen der Lausitz. Das große Problem: „Jeder Platz, der heute nicht besetzt ist, den kann ich nicht aufholen“, sagt Schöpe, dem selbst zwei Hotels in Cottbus und im Spreewald gehören.

800 000 Übernachtungen fehlen der Lausitz allein im April

Die Betroffenheit ist enorm. In Elbe-Elster, Lausitzer Seenland, Spreewald mit Cottbus und in Ostsachsen gibt es etwa 740 Herbergen mit mindestens zehn Betten. Dazu kommen die vielen kleinen Anbieter, der Graue Markt. „Dieser Anteil ist in der ländlichen Struktur Brandenburgs besonders groß“, sagt Birgit Kunkel von der Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH (TMB). Allein für den April mit dem Osterfest fehlen der Lausitz so mehr als 800 000 Übernachtungen. So viele waren es im Vorjahr. Bei einer von der TMB ermittelten durchschnittlichen Ausgabe pro Gast und Tag von etwa 60 Euro entgehen der Lausitz im April so fast 50 Millionen Euro, die Urlauber hier ausgegeben hätten.

Tourismusverbände sprechen von „Riesenkrise“

„Wir sprechen von einer Riesenkrise, und wir werden auch in Kurzarbeit gehen“, sagt Annette Ernst, Leiterin vom Tourismusverband Spreewald. Sie beobachte, dass vereinzelte Gäste trotz Corona aus anderen Bundesländern in die Region kämen. „Das verschlimmert die Lage noch und ist unverantwortlich“, kritisiert Ernst.

Die Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien (MGO) blickt für Ostsachsen bereits auf die Zeit nach der Krise. „So bereiten wir uns aktuell darauf vor, unsere Gastgeber und Leistungsträger nach der Pandemie optimal unterstützen zu können“, sagt Geschäftsführer Olaf Franke. Er rechne damit, dass die Urlaubslust der Deutschen im Anschluss an Corona eine große Nachfrage nach dem Urlaubsangebot der Oberlausitz hervorbringen werde.