Das Klinikum Niederlausitz hat innerhalb weniger Tage seine Zahl der Beatmungsplätze von sechs auf 13 ausgebaut. Und es sollen mehr werden. „Unser mit dem Landkreis verabredetes Ziel ist es, zeitnah insgesamt 40 Beatmungsplätze zu schaffen. Wir sind im Moment mit Hochdruck dabei, Personal von anderen Abteilungen an Beatmungsplätzen einzuweisen und die notwendige Technik zu beschaffen“, teilt Prof. Dr. Christian Wallwiener, Geschäftsführer der Klinikum Niederlausitz GmbH, mit. Sein Geschäftsführer-Kollege Tobias Vaasen bestätigt, dass sich mit der Coronavirus-Pandemie der Fokus geändert habe: „Wir müssen vom Sanierungsmodus in den Krisenmodus umschalten. Alle im Haus ziehen dafür an einem Strang.“

Ergotherapeuten des Klinikums Niederlausitz stellen Corona-Schutzvisiere her

So wurde die Station 27 komplett auf die Versorgung von Corona-Patienten umgestellt. Das Gefäßzentrum Niederlausitz ist vorübergehend vom Standort Senftenberg nach Lauchhammer gezogen, die Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, Hand und Plastische Chirurgie ist mit der Klinik für Wirbelsäulenchirurgie und Neurotraumatologie zusammengezogen. Damit stehen auch die Stationen 25 und 28 für eine Nutzung in der aktuellen Situation bereit.

Doch es sind nicht nur die großen, sondern auch viele kleine Maßnahmen, die alle ein Ziel verfolgen: Die Infektionszahlen verringern und infizierte Patienten mit schweren Verläufen optimal versorgen. So stellen die Ergotherapeuten des Klinikums derzeit Gesichtsschutzvisiere aus Laminierfolie und Plexiglas her. Auf dem Markt sind sie Mangelware.

Studenten und Lehrer helfen am Klinikum Niederlausitz in Senftenberg aus

Dass jetzt jede helfende Hand zählt, wissen auch Medizinstudierende der Medizinischen Hochschule Brandburg (MHB), die im Klinikum ihre Praxisphasen absolvieren. Sie helfen ebenso wie Lehrer der Campusschule. Wöchentlich stattfindende Lagebesprechungen, standortübergreifende Videokonferenzen und ein interner Corona-Ticker sollen einen permanenten Informationsfluss im Haus gewährleisten. Das Tragen von Schutzmasken in allen Bereichen des Klinikums ist nun Pflicht, erläutert Klinikum-Chef Wallwiener: „Die aufgrund der Corona-Pandemie notwendigen und zum Teil gravierenden Veränderungen bei uns im Klinikum setzen unsere Mitarbeiter nahezu geräuschlos um: Dienstpläne werden neu erarbeitet, die Einsatzgebiete verändern sich, wir stehen angesichts der aktuellen Materialknappheit vor bislang ungekannten Herausforderungen und bewältigen sie gemeinsam - Anerkennung und Respekt hierfür an alle Beteiligten.“

Notaufnahme Lauchhammer versorgt Patienten wie gewohnt

Die Notaufnahme am Standort Lauchhammer versorgt indes wie gewohnt akute Verletzungen, unklare Bauchschmerzen, urologische, gynäkologische Patienten und Kinder. Für Notfälle mit zusätzlichem Verdacht oder Bestätigung einer Corona-Infektion ist die Notaufnahme in Senftenberg zuständig. Damit soll der Klinikstandort Lauchhammer von Covid-19-Patienten weitestgehend freigehalten werden. Ambulante Tests auf das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 werden nach vorheriger Anmeldung über den Hausarzt oder das Gesundheitsamt in einer zu diesem Zweck eingerichteten Außenstelle des Klinikums Niederlausitz in der der Calauer Straße 3 in Senftenberg durchgeführt. Damit soll verhindert werden, dass die Notaufnahme durch ein vermehrtes Aufkommen von Patienten, die Sorge haben, sich mit dem Virus angesteckt zu haben, übermäßig belastet wird.

Für Angehörige, die ihre Verwandten aktuell aufgrund des verhängten Besucherstopps nicht besuchen können, hat der Angehörigenbetreuungsdienst von Montag bis Freitag zwischen 7.30 und 11.30 Uhr unter der Telefonnummer (03573) 753899 eine Hotline geschaltet.