Zwei getrennte Notaufnahmen, zwei Intensivstationen, ein separates Testzelt und zahlreiche verlegte oder zusammengelegte Kliniken: Das Klinikum Niederlausitz hat sich seit Ausbruch der Coronakrise quasi neu erfunden.

„Wir sind vom Sanierungsmodus direkt in den Krisenmodus gewechselt“, sagt Tobias Vaasen, Geschäftsführer der Klinikum Niederlausitz GmbH.

Die Senftenberger Corona-Strategie ist erfolgreich

Bislang, so scheint es, ist die Strategie des Klinikums erfolgreich. Trotz der Konzentration auf die Akut- und Notfallmedizin sind im Haus noch deutlich über 50 Prozent der sonst üblichen Bettenzahl belegt.

Auf der Covid-19-freien Intensivstation werden sechs bis acht Patienten behandelt, auf der Intensivstation für Menschen mit Sars2-CoV-19 sind es aktuell nur zwei, sechs bis acht weitere liegen auf der Normalstation für Covid-Patienten.

Dennoch, so erklärt Dr. med. Volkmar Hanisch, Chefarzt des Zentrums für Intensiv- und Notfallmedizin, werde man die Zahl der Beatmungsbetten weiter erhöhen. Schon jetzt konnte das Klinikum ihre Zahl von sechs auf 20 hochfahren, der weitere Ausbau nach Ostern hängt von der Zahl der verfügbaren Beatmungsgeräte ab.

„Wenn nach den Osterferien erste Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen möglich werden, rechnen wir mit einer Steigerung der Fallzahlen“, so Volkmar Hanisch. Außerdem könne sich jederzeit ein Hotsport entwickeln, auf den man reagieren können muss.

Klinikum Senftenberg hat für vier Wochen Schutzmaterial

Im Einsatz für Covid-19-Patienten sind ein interdisziplinäres, 26 Köpfe zählendes Ärzteteam und 59 Pflegekräfte am Standort Senftenberg. Der Standort Lauchhammer soll, so weit möglich, frei von Covid-19-Infizierten bleiben.

Denise Hausdorf, Pflegedirektorin des Klinikums, hat mit ihrer Crew den Wechsel in den Krisenmodus gut bewältigt. „Es gab bei einigen Kollegen Ängste, trotzdem haben sich alle den Aufgaben gestellt.“ Die Versorgung mit Desinfektionsmitteln, Schutzkleidung und Atemschutzmasken koste derzeit viel Zeit und Engagement. Bei normalem Verbrauch habe das Klinikum aber genügend Vorräte für die kommenden vier Wochen.

Auch die finanzielle Lage sei derzeit nicht dramatisch. „Wir werden halbwegs unbeschadet aus dieser Situation herauskommen“, sagt der Geschäftsführer. Bis Mitte März hatte das Klinikum seine Sanierungsziele – das Negativergebnis des letzten Jahres um 50 Prozent reduzieren – mehr als erfüllen können.