Die Arbeit im Senftenberger Amtsgericht ist wegen der Corona-Pandemie derzeit massiv eingeschränkt. Das bestätigt Direktorin Marion Müller auf Nachfrage. Bis auf Weiteres gibt es keine Sprechzeiten mehr. Anträge und Anliegen können nur noch schriftlich eingereicht werden. Fälle, die kein Aufschub dulden – wie beispielsweise Erbausschlagungen, Anträge nach dem Gewaltschutzgesetz und auf Erlass einstweiliger Verfügungen – werden nur nach vorheriger telefonischer Terminvereinbarung entgegengenommen. Für diese Besucher ist im Gebäude ein Raum mit Glas-Trennwand eingerichtet worden, Gänge sind abgesperrt, erläutert Marion Müller.

Verdacht auf Corona-Infektion im Amtsgericht Senftenberg

Um soziale Kontakte auf ein Mindestmaß zu reduzieren, arbeiten die Justizangestellten zudem in Schichten. Weil bei einer Mitarbeiterin ein Verdacht auf eine Corona-Infektion vorlag, musste das Grundbuchamt für zwei Wochen geschlossen werden. Der Verdacht hatte sich aber nicht bestätigt, sodass das Amt seit Kurzem wieder in Betrieb ist, so die Direktorin.

Der eingeschränkte Dienstbetrieb wird Folgen haben. Denn der Verfahrensberg wächst jetzt immens. Ob ein Prozess stattfindet, entscheidet dabei der jeweilige Richter oder Rechtspfleger. So wird im Bereich Bußgeld aktuell etwa 80 Prozent weniger verhandelt, schätzt Gerichtssprecherin Marion Müller. „Es wird überall Rückstände geben. Das muss man anschließend der Gesellschaft wieder zurückgeben, indem man mehr arbeitet“, sagt sie.