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| 21:12 Uhr

Großkmehlen sucht nach Lösungen
Grundschule platzt aus den Nähten

Die Schüler der 1. Klasse der Grundschule am Schloss in Großkmehlen sind gerade auf dem Weg zum Sportunterricht. Auf den kleinen Grünflächen vor dem Eingang zu ihrer Schule (hinten) sollen die Raumcontainer für zwei weitere Klassenzimmer voraussichtlich aufgestellt werden.
Die Schüler der 1. Klasse der Grundschule am Schloss in Großkmehlen sind gerade auf dem Weg zum Sportunterricht. Auf den kleinen Grünflächen vor dem Eingang zu ihrer Schule (hinten) sollen die Raumcontainer für zwei weitere Klassenzimmer voraussichtlich aufgestellt werden. FOTO: LR / Catrin Würz
Großkmehlen. Nachdem die fest eingeplanten Räume im Schloss Großkmehlen nun doch nicht zeitnah nutzbar sind, steht die benachbarte Grundschule vor einem Dilemma. Container sind die letzte Rettung. Von Catrin Würz

Die Grundschule am Schloss in Großkmehlen steht vor einem Dilemma. Die derzeit 173 Kinder in neun Klassen haben einfach viel zu wenig Platz. Die kleine Grundschule mit viel dörflichem Charme platzt aus allen Nähten, denn sie ist eigentlich nur für sechs Klassen ausgelegt. Und seit die Schule seit Kurzem eine Inklusionseinrichtung nach dem Konzept „Schule für gemeinsames Lernen“ ist, fehlt für die Umsetzung dieses pädagogischen Ansatzes einfach der Platz.  „Inzwischen nutzen wir sogar schon im Sportlerheim einen Raum und zusätzlich unsere kleine Pausenaula für den Unterricht. So kann das aber wirklich nicht weitergehen“, sagt Schulleiterin Martina Lorenz. Zusammen mit den Eltern hat sie die unbefriedigende Situation immer wieder auf den Tisch gebracht. „Wir haben uns ja gefreut, dass wir als Schule für gemeinsames Lernen die Chance bekommen, in kleineren Einheiten zu unterrichten. Doch ohne zusätzliche Räume geht das nun mal nicht“, sagt sie erneut am Donnerstagabend vor dem Bildungsausschuss der Gemeinde.

Großkmehlens Bürgermeister Gerd Müller-Hagen findet die Situation für Schüler und Lehrer ebenfalls völlig inakzeptabel. Dabei war das alles ganz anders gedacht. Noch vor einem Dreivierteljahr hatte die Gemeinde berechtigte Hoffnungen gehegt, im denkmalgeschützten Wasserschloss in Großkmehlen – nur einen Steinwurf von der Grundschule entfernt – vier Klassenräume in Beschlag nehmen zu können. Das Schloss wird seit einigen Jahren für Millionensummen aus europäischen Fördertöpfen für den ländlichen Raum saniert. Dass Schulkinder eines Tages einen Teil des Schlosses bevölkern, ist von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz als Bauherrin stets ausdrücklich befürwortet worden.

Die letzten Planungen und Absprachen sahen vor, dass die Grundschule im Westflügel des Schlosses zwei Klassenräume und zwei kleinere Teilungsräume im Obergeschoss nutzen kann. Doch die für die Sanierung nötigen Fördermittel ließen auf sich warten – die Klassenräume sind deshalb  nicht fertig.

Nun ist der Hilferuf von Eltern und Lehrern unüberhörbar: Solange die Räume im Schloss nicht zur Verfügung stehen, muss es dringend eine Übergangslösung für zusätzliche Räume geben. Das ist auch die Forderung von Schulelternsprecherin Diana Wunderlich.

Einen Lösungsvorschlag hat Amtsdirektor Kersten Sickert am Donnerstag zur Krisenberatung des Großkmehlener Ausschusses mitgebracht. Die letzte Rettung in dieser Situation könnten zwei elektrisch beheizbare Container-Schulräume sein, die direkt auf die Rasenfläche vor dem Eingangsbereich des Schulgebäudes gesetzt werden sollen. Diese Variante ist nicht sehr elegant und auch nicht ganz billig. „Aber es ist eine Funktionslösung, mit der wir vorübergehend leben könnten. Auch, weil mit der Nähe zum Schulgebäude die Abläufe in der Schule besser koordiniert werden können“, sagt Schulleiterin Martina Lorenz.

Bürgermeister Gerd Müller-Hagen will die Containervariante, die allerdings jährliche Kosten für eine mittlere fünfstellige Summe verursachen wird, nun der Gemeindevertretung vorschlagen. „Wir als Gemeinde haben ja die Verantwortung für die Lernbedingungen für unsere Kinder“, sagt er. Wie lange die Container stehen müssen, ist bislang jedoch unklar.

Dass das Thema Schule in Groß­kmehlen in den vergangenen Jahren ein Dauerbrenner war, weiß auch Ingo Senftleben aus vielen Gesprächen mit Eltern. Der CDU-Wahlkreisabgeordnete im Potsdamer Landtag sieht die Diskussion allerdings als zu kurz gesprungen an, wenn immer nur in Mini-Schritten das Allernötigste investiert wird. „Diese Schule braucht langfristig eine Perspektive. Und dafür muss eine grundlegende Analyse und Betrachtung über den künftigen Raumbedarf und über die Auswirkungen des Inklusionsangebotes erarbeitet werden“, sagt der Politiker. Solch einen Plan gebe es bislang nicht, aus dem sich danach freilich die Frage nach Investitionen für die Schule ableiten lasse. „Ich biete zu diesem Thema meine Hilfe an“, so Senftleben.