ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 23:15 Uhr

LR vor Ort
Chemie stimmt in Schwarzheide

Die Chemie stimmt in Schwarzheide. Ausgelassen haben die Bürger in diesem Jahr ihre Stadt gefeiert.
Die Chemie stimmt in Schwarzheide. Ausgelassen haben die Bürger in diesem Jahr ihre Stadt gefeiert. FOTO: Steffen Rasche
Schwarzheide. Zum Finale des Jubiläumsjahres geht es bei RUNDSCHAU vor Ort um die Zukunft der Stadt. Von Kathleen Weser und Uwe Hegewald

Das Geburtstagsjahr in Schwarzheide geht ins Finale. Ausgiebig sind 50 Jahre Stadtrecht gefeiert worden. Das Große Stadtfest hat hohe Wellen geschlagen und alle Rekorde gebrochen. Dieses Jubiläumsjahr, das vor allem von Schwarzheidern für Schwarzheider mit vielen Erlebnissen gestaltet worden ist, hat den Zusammenhalt in der Stadt weiter gestärkt. Der Stolz der Einwohner auf Schwarzheide ist zu spüren. Mehr als 300 Vereine sind hier aktiv – zwischen dem Dörfchen, das den Seecampus Niederlausitz als noch jungen Nachbarn an den neuen alten Seen bekommen hat, und der historischen Arbeitersiedlung Viktoria. Das olympische Feuer ist im aufgemöbelten Hans-Fischer-Stadion entfacht. Und mit dem Haus der Begegnung an der Wandelhof-Schule wird in die Generation investiert, die die Stadt mit aufgebaut hat und noch lange am gesellschaftlichen Leben teilhaben soll. Die Zukunft ist mit den Kindern, die hier die Schulbank drücken, schon lange vor Ort.

Die Bürger stellen ihrer Stadt gute Boten aus. Eva Ihle erklärt: „Schwarzheide hat sich sehr gut entwickelt – kein Vergleich mehr zu früher. Wir haben im Ort ausreichend Einkaufsmöglichkeiten. Manchmal gewinnt man den Eindruck, es sind vielleicht schon zu viele. Überaus positiv ist der Zugewinn an Sitzbänken, die sehr gern und oft genutzt werden. Stillstand ist in Schwarzheide nicht zu erkennen.“ Bester Beweis sei der Bau der neuen Sportstätte. „Ich finde, dass Bürgermeister und Stadtverordnete eine gute Arbeit machen, auch wenn es Leute gibt, die vielleicht anderer Meinung sind“, sagt sie.

 Herbert Matheschke bestätigt: „Auf Anhieb fällt mir nicht ein, was Schwarzheide noch unbedingt benötigt. Ich denke, hier können alle Generationen zufrieden leben.“ Den ganz großen Vorteil mache wohl die BASF aus, die mit dazu beigetragen habe, dass sich die Stadt so gut weiterentwickeln konnte. „Es ist ein Glücksfall, dass das ehemalige Synthesewerk Schwarzheide gleich nach der politischen Wende von der BASF übernommen wurde. Ohne die Industrie im Rücken hätte die Stadt bestimmt auf viele Errungenschaften verzichten müssen“, sagt er.

Moritz Scholz (16) findet: „Hier lebt es sich ausgezeichnet. Der kurzer Weg zum Seecampus, zu den Geschäften und zum Kino, dafür beneiden und viele. Gerade von uns Jugendlichen wird das Angebot gern angenommen. Was das Kultur- und Sportangebot angeht, gibt es keinen Grund zu klagen. Freizeitmöglichkeiten gibt es zur Genüge, eigentlich dürfte bei keinem in der Stadt die Langeweile aufkommen.“ Der Schwarzheider kann es sich sehr gut vorstellen, nach Abitur, Ausbildung und Studium hier zu bleiben.

Marco Wolf lebt im Grunde in Schwarzheide ziemlich entspannt. „Was mir fehlt, ist eine Musik- oder Szenekneipe beziehungsweise eine Bar mit kleiner Bühne. Ich glaube schon, dass es in Schwarzheide und Umgebung genügend Bands, Interpreten oder Instrumentalisten gibt, die hier gern vor kleinem Publikum auftreten würden. Das trifft auch für Laienschauspieler und Hobby-Kabarettisten zu“, sagt der Musiker. Was den Kultursektor betreffe, habe Schwarzheide noch Luft nach oben.

Diese Stadt ist voller Leben. Und die Stadtväter meiden das Ruhekissen. Auf dem Arbeitsplan stehen die Bergbaufolgegewässer. Der Süd- und der Ferdinandssee sollen als Freizeit-Oase und Lernort in der Natur entwickelt werden. Die Stadt hat die „maritime Ausbildung“ des Nachwuchses zunächst auf den Senftenberger See verlegt. Denn noch sitzen die Schwarzheider daheim auf dem Trockenen. Erklärtes Ziel ist es, den feierlich getauften und sektfrisch zu Wasser gelassenen Ruder- und Segelkutter schnell in den Heimathafen am Seecampus Niederlausitz einlaufen zu lassen.

Bauland ist knapp. Doch vor allem junge Familien zieht es in die Stadt mit dem Wunsch nach den eigenen vier Wänden. Als Vermittler von leer stehenden Immobilien mit vielen fernen Eigentümern sind im Rathaus auch Problemlöser am Werk.