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| 16:57 Uhr

Holzfiguren für Großräschen
Caspar verleiht Wormlage königlichen Glanz

Caspar, einer der Heiligen Drei Könige, nimmt Form und Gestalt an. Die Figur des Bildhauers Jörg Beger soll später die Weihnachts- und Marktpyramide in Großräschen zieren.
Caspar, einer der Heiligen Drei Könige, nimmt Form und Gestalt an. Die Figur des Bildhauers Jörg Beger soll später die Weihnachts- und Marktpyramide in Großräschen zieren. FOTO: Uwe Hegewald
Großräschen. Jörg Beger hat mit dem Schnitzen der Heiligen Drei Könige für die Großräschener Weihnachts- und Marktpyramide begonnen. Von Uwe Hegewald

Nach dem Fest ist vor dem Fest, sagt sich Jörg Beger, der sich noch immer im Weihnachtsmodus befindet. „Schuld“ daran ist Caspar, eine Nachbildung einer der Heiligen drei Könige, die momentan in der Bildhauerei Wormlage Form und Gestalt annimmt. „Nach dem Ausgestalten des Stammes mittels Kettensäge und dem groben Ausfräsen mit der Flex kommen zum Ausarbeiten der Feinheiten Bildhauerklüpfel und Stechbeitel zum Einsatz“, erklärt Jörg Beger die einzelnen Arbeitsabläufe. 58 Zentimeter misst die Figur, zu der sich später auch noch Melchior und Balthasar hinzugesellen sollen. „Von den evangelischen und katholischen Kirchengemeinden habe ich bereits beim zurückliegenden Großräschener Weihnachtsmarkt den Auftrag zum Fortführen der Figurenproduktion bekommen“, begründet der freischaffende Künstler. Nach Christuskind, Maria und Josef soll die Weihnachtsgeschichte auf der Großräschener Pyramide mit den Heiligen Drei Königen komplettiert werden. Was die Wahl des Holzes betrifft, kann Beger auf witterungsbeständige Roteichen-Stämme zurückgreifen. Bezogen hat er diese aus Muckwar (Gemeinde Luckaitztal), mit dem er enge Kontakte pflegt. „Für die Lütte Hütte auf dem Dorfspielplatz habe ich 2016 einen Lüttchen oder auch Luttki beigesteuert. 2017 folgte eine weitere kleine Figur, die Eintreffende am Ortseingang aus Richtung Altdöbern begrüßt“, lenkt der Wormlager die Aufmerksamkeit auf die in Muckwar allgegenwärtigen Sagenfiguren. Vorgesehen ist, dass am Ortseingang aus Richtung Calau eine weitere Luttki-Plastik ihren Platz findet. Für den Bildhauer Beger sind die Arbeiten am Holz willkommene Aufträge im Winterhalbjahr. Dann kehren auch die Großräschener Pyramiden-Figuren zur Aufarbeitung nach Wormlage zurück. „Die Vollplastiken sind Wind und Wetter ausgesetzt. Im Holz kann das kleinere Rissen herbeiführen, die wieder geschlossen werden“, begründet er und ergänzt: „Holz ist ein Naturmaterial, das auch noch 1000 Jahre nach dem Fällen arbeitet.“ Sind die Figuren der Weihnachtsgeschichte und der darstellenden Großräschener Gewerke Landwirtschaft, Glasbau, Klinker- und Ziegelindustrie sowie der Bergbau schick gemacht, kann sich Jörg Beger wieder seinem künstlerischen Hauptgeschäft widmen – der Wand- und Fassadenmalerei. Zahlreiche Werke zieren die Wände hiesiger Wohn- oder Nebengebäude, sogar eine Deckenmalerei im Seeschlösschen am Senftenberger See trägt seine Handschrift. Wer eines der umfangreichsten Arbeiten von Jörg Beger bestaunen möchte, muss sich auf den Weg zum Schloss Rheinsberg (Ostprignitz-Ruppin) machen. In dem rund 100 Kilometer von Berlin entfernten Schloss hatte er über drei Jahre bei der Restaurierung historischer Wandmalereien mitgewirkt.