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Busse scheppern über Ruhlander Kleinstadtpflaster

Während der Bahn-Baustelle am Elsterbogen ist die Berliner Straße in Ruhland für die Linienbusse freigegeben. Die Anordnung hat Bestand.
Während der Bahn-Baustelle am Elsterbogen ist die Berliner Straße in Ruhland für die Linienbusse freigegeben. Die Anordnung hat Bestand. FOTO: Sattler/sam1
Ruhland. Durch das Nadelöhr an der Berliner Straße fädeln sich seit dem Bau der Ruhlander Bahnbrücken am Elsterbogen auch Linienbusse, die aufgrund der Tonnagebegrenzung dort eigentlich nichts zu suchen haben. Die Anwohner, die verkehrstechnisch schon ein ziemlich dickes Fell entwickelt haben, glaubten bis zum Wochenbeginn, dass der unhaltbare Zustand mit dem Fahrplanwechsel zum 1. Andrea Budich

() Durch das Nadelöhr an der Berliner Straße fädeln sich seit dem Bau der Ruhlander Bahnbrücken am Elsterbogen auch Linienbusse, die aufgrund der Tonnagebegrenzung dort eigentlich nichts zu suchen haben. Die Anwohner, die verkehrstechnisch schon ein ziemlich dickes Fell entwickelt haben, glaubten bis zum Wochenbeginn, dass der unhaltbare Zustand mit dem Fahrplanwechsel zum 1. August ein Ende hat. "Das war uns so versprochen worden, ganz offiziell in der Stadtverordnetenversammlung", erklärt Helmfried Böhme.

Dass die Busse auf der viel zu schmalen Straße vor der Haustür weiter freie Fahrt haben und die verkehrsrechtliche Anordung des Straßenverkehrsamtes weiter Bestand hat, versetzt die Anwohner in Aufruhr. "Wir schlafen anderthalb Meter von der Fahrbahn entfernt. Wegen der ständigen Erschütterungen gibt es schon Risse am Haus", schimpfen Helga und Helmfried Böhme. "Man hat uns schlicht und ergreifend nicht die Wahrheit gesagt", zeigt sich das Ehepaar hochverärgert.

Die Busse dürfen das historische Pflaster im sensiblen Altstadtbereich tatsächlich überrollen. Das bestätigt der amtierende Amtsdirektor Christian Konzack. Das Amt Ruhland hat dafür dem Straßenverkehrsamt die Zustimmung erteilt. Bedingung dafür ist jedoch, dass die Busfahrer den Weg nur dann wählen, wenn der Rückstau vor der Bahn-Baustelle sehr groß ist und damit das Einhalten des Fahrplanes in Gefahr sei. "Die Busfahrer müssen sich natürlich an das Tempolimit halten und sind zu einer besonderen Sorgfalt verpflichtet", erklärt Konzack die Hintergründe. Sollte dagegen verstoßen werden, entzieht das Amt seine Zustimmung zur Genehmigung. "Das tritt ein, falls die Busse generell das Altstadtpflaster ansteuern oder zu schnell fahren", sagt der Amtsdirektor.

Die Anwohner indes bleiben skeptisch. "Die meisten Busse pflastern viel zu schnell durch", kommentiert Helmfried Böhme die Realität. Ganz davon abgesehen, dass niemand kontrolliere, ob der Rückstau tatsächlich zu groß sei.