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| 14:26 Uhr

Entlastungsgeld der Pflegekassen kommt im OSL-Alltag nicht an
Bürokratischer Pflege-Notstand ist gelöst

Ruhland. Nach RUNDSCHAU-Beitrag kommt Entlastungsgeld der Pflegekasse bei Ruhlander Rentnerin endlich an. Von Andrea Budich

Auf der  verzweifelten Suche nach einem  Anbieter, der  die Dienstleistungen  in Haus, Hof und Garten mit der Pflegekasse abrechnen kann,  zeichnet sich für  die 78-jährige  Sigrid  Hennig aus Ruhland  jetzt Licht am Ende des Tunnels ab.

 Mit der  Pflege ihren  Mannes seit 17 Jahren rund um die Uhr gefordert,  hatte die Rentnerin einen öffentlichen Hilferuf  abgesetzt.  Denn die ihr  zustehenden  125 Euro Entlastungsgeld der Pflegekasse verfallen Monat für Monat, weil sie schlicht in ganz Oberspreewald-Lausitz keinen Anbieter  findet, der  vor ihrer Tür zertifiziert  Schnee schiebt oder  im großen Garten die Bäume verschneidet. Das Geld, das im Alltag der  Rentnerin  nie ankam, wird  ihr  künftig jetzt tatsächlich als pflegende Angehörige etwas Luft verschaffen. Denn genau dafür  ist der  Entlastungsbetrag ja  erfunden worden.

Zu den rettenden Engeln, die sich nach der RUNDSCHAU-Veröffentlichung  in Ruhland gemeldet haben, gehört  Liane Wagner. Die 53-Jährige aus Wormlage führt ein hauswirtschaftliches  Dienstleistungsunternehmen. Ihr „Sauber Zauber“ gehört zu den exakt  zwei Firmen im Landkreis, die für solcherart Dienstleistungen direkt mit der Pflegekasse abrechnen dürfen. Liane Wagner hat sich bei der Firmengründung vor zwei  Jahren dem Anerkennungs-Wahnsinn im Land Brandenburg unterzogen und kann daher jetzt bei Rentnerin  Sigrid  Hennig in die Bresche springen. Die Dienstleistungen, die  sie künftig  in Ruhland  für Haus, Hof und Garten erbringt, kann sie direkt  mit der Pflegekasse abrechnen  - und sorgt damit  für  eine Alltags-Entlastung.

Die Geschichte der verzweifelten Rentnerin  hat  Liane Wagner berührt. Gemeinsam mit  ihrem Team hat sie nun beschlossen, ihren Tätigkeitsradius rund um Wormlage zu erweitern und künftig auch eine „Ruhlander Tour“ anzubieten.

Die hohen Bürokratie-Hürden, um von  Amtswegen anerkannt zu werden,  stecken der  Jungunternehmerin aber noch immer in den Knochen.  Dazu gehörten Fahrten nach Potsdam, etliche Lehrgänge für sich und ihre Mitarbeiter, das Schreiben von Konzepten und damit verbunden nicht unerhebliche Kosten. Wobei ihr die  Lizenz nur bis  2023  vom Landesamt für Soziales und  Versorgung zugesprochen wurde. Danach  muss Liane Wagner erneut  antreten und ihre Kompetenz in Sachen  Entlastungshilfe im Alltag nachweisen.  

Die Not  bei den Unterstützungsangeboten in Oberspreewald-Lausitz wollen das Kreissozialamt  und die  Behindertenbeauftragte Carola Wolschke jetzt erneut ans  zuständige Ministerium weiterleiten. „Das muss auch in Brandenburg einfacher geregelt werden.  In anderen Bundesländern funktioniert es  besser“, will Carola Wolschke in der Sache  jetzt weiter Dampf machen.