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| 15:40 Uhr

Plan für Lebensqualität
Bürgerverein soll Badespaß für Ortrand retten

Der Badespaß soll nach drei Sommern auf dem Trockenen wieder Einzug halten im Freibad Ortrand. Ein Bürgerverein soll noch im Dezember gegründet werden.
Der Badespaß soll nach drei Sommern auf dem Trockenen wieder Einzug halten im Freibad Ortrand. Ein Bürgerverein soll noch im Dezember gegründet werden. FOTO: Steffen Rasche / Rasche
Ortrand. Appell des Stadtoberhauptes: Die Initiative der Bürger ist zwingend erforderlich.

Ein Bürgerverein soll in Ortrand aus der Taufe gehoben werden, um den Badespaß in der Kleinstadt zu retten. Nach nunmehr drei Sommern auf dem Trockenen. Der Rettungsplan soll in diesem Jahr stehen. Das kündigt Bürgermeister Niko Gebel (CDU) jetzt an.

Rückblick: Für zwölf Millionen D-Mark war die touristische Freizeitanlage Ende der 90er-Jahre mit Fördermitteln und Geldern der Arbeitsförderung errichtet worden. Der laufende Betrieb hat die Amtsgemeinden finanziell überfordert. Mit etwa 130 000 Euro haben sie den Wasserspaß zuletzt pro Jahr subventioniert – und dann pünktlich nach Auslaufen der Fördermittelbindungsfristen abwehrend die Hände gehoben. Die vereinte Badelust endete so im großen Frust.

Mehrmals ist der Verkauf dann an der von der Stadt Ortrand hartnäckig verfolgten Auflage geplatzt, dass der Erwerber den öffentlichen Badebetrieb aufrechterhalten muss. Dem hat die Bürgschaftsbank des Landes Brandenburg in diesem Sommer einen Riegel vorgeschoben. Der Campingplatz und das Freibad sind in private Hand verkauft worden. Aber der Geldgeber hat Klartext gesprochen: Öffentliche Infrastruktur, die mit größter Wahrscheinlichkeit defizitär ist und bleibt, ist privat nicht zu finanzieren. Ein Verein soll deshalb gegründet werden, der das Freibad ab nächstem Sommer betreiben soll. Das, so betont Niko Gebel, nehme die Stadt und die Bürger in die Pflicht - in einem Modell gegen das Freibädersterben, das bundesweit Schule mache.

Der Badespaß in Ortrand soll zunächst erneut subventioniert werden: Im Startjahr mit 50 000 Euro aus der Kasse des Amtes Ortrand und weiteren 150 000 Euro aus dem Stadthaushalt. Das ist beschlossene Sache. Aber der Betrieb muss dauerhaft auf stabile Füße gestellt werden.

„In Arbeitsgruppen werden nun die erforderlichen Arbeiten und Investition sowie rechtliche Fragen erörtert“, erklärt Niko Gebel nach der Anlaufberatung mit engagierten Bürgern. Der Bürgerverein soll schnell gegründet werden, die erste Mitgliedervollversammlung wird für Anfang des neuen Jahres vorbereitet. „Für dieses Projekt brauchen wir die Kraft und das Engagement der Menschen unserer Heimat. Nur gemeinsam können wir es schaffen, dass das Freibad Ortrand wiedereröffnet“, so der Appell von Niko Gebel an die Bürger, sich einzubringen.

Der Campingplatz Ortrand und das Freibadgelände befinden sich nunmehr im Eigentum einer jungen Familie aus Großthiemig, die mit viel Herzblut investiert. Die Pension und der Platz sind auf Vordermann gebrahct, ein außergewöhnlicher Spielplatz entsteht. „Wir sind sehr erfreut über das Engagement und den Tatendrang der neuen Inhaber. Aber die Bürger sehnen sich auch wieder nach dem Badevergnügen“, stellt der Bürgermeister fest.

(kw)