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Bürgermarsch für Aleppo führt heute von Großräschen nach Ruhland

Großräschen/Calau. Weihnachten in Berlin, Silvester in Calau, heute in Großräschen und Ostern in Aleppo – so hat der ursprüngliche Zeitplan des Bürgermarsches für Aleppo gelautet. Wie Anna Saraste vom Organisations-Komitee gegenüber der RUNDSCHAU mitteilt, sei man von dem ambitionierten Ziel inzwischen etwas abgerückt. Uwe Hegewald

"Wir wissen nicht, wie sich die Situation in Syrien entwickelt, wie es um die Dynamik der Gruppe bestellt ist, wir hatten keine Ruhetage eingeplant", räumt die Finnin eventuelle Verzögerungen ein. So soll etwa in Dresden (5./6. Januar) ein erster Zwischenstopp eingelegt werden. Also Pfingsten in Aleppo? "Wir müssen nichts übers Knie brechen. Der Weg ist das Ziel", erklärt Anna Saraste die Strategie des Marsches, bei dem sich Teilnehmer mit spartanischen Gegebenheiten arrangieren müssen. Eine Garantie, die Nächte in festen Wohnunterkünften zu verbringen, könne vom Veranstalter-Team nicht gegeben werden. Ebenso werde keine Verpflegung bereitgestellt, sich aber darum bemüht, die Bereitstellung von heißem Wasser abzusichern.

Vor ihrem Abmarsch aus Calau am Sonntag bedankten sich die Teilnehmer mit kräftigem Applaus für das Entgegenkommen der Stadt. In den Räumlichkeiten auf dem Jahnsportplatz wurde ihnen ein Quartier bereitgestellt und am Neujahrsmorgen die Offerte zum Duschen unterbreitet. Zuvor hatten sich Bürgermeister Werner Suchner (parteilos) und die Fraktionsvorsitzenden über den kurzen Dienstweg über das Angebot verständigt.

"Am kommenden Zielort Großräschen müssen wir uns erstmals darauf einstellen, die Nacht in einem Zelt zu verbringen", kündigte Sebastian Olényi, Unterstützer des Bürgermarsches für Aleppo an. Zufrieden zeigte sich der Presseunterstützer vor Ort vom kollektiven Einreihen "temporärer Weggefährten, die sich auf kleineren Etappen hinzugesellen". "Auf dem Weg von Luckau in Richtung Calau waren das bis zu 90 Leute", so Olényi. Unter ihnen Ahmad Albarqouni, ein junger Syrer der 2015 nach Deutschland flüchtete.

Aus dem sächsischen Stollberg machten sich auch Angela und Steffen Müller auf den Weg nach Calau, um die Gruppe auf dem 21 Kilometer langen Abschnitt nach Großräschen zu begleiten. Der Grund ihrer Teilnahme: "Der freie Tag bietet sich an. Zudem fühlten wir uns vom Apell der Initiatorin des Marsches Anna Alboth angesprochen, dass wir hier in Deutschland nicht ruhig sitzen und einfach nur zugucken können, was in Aleppo und generell in Syrien passiert."