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Bückgen-Buch erscheint zum Stadtjubiläum von Großräschen

Kurt Luboch präsentiert schon mal das Manuskript des Bückgen-Buches. Der Titel zeigt eine Zusammenstellung von Ansichten aus dem abgebaggerten Ort.
Kurt Luboch präsentiert schon mal das Manuskript des Bückgen-Buches. Der Titel zeigt eine Zusammenstellung von Ansichten aus dem abgebaggerten Ort. FOTO: T. Richter-Zippack/trt1
Großräschen. Anfang Juli begehen die Großräschener ihren 50. Stadtgeburtstag. trt1

Das Jubiläum hat der örtliche Chronikbeirat zum Anlass genommen, ein Heimatbuch zu schreiben. Allerdings über einen Stadtteil, der heute nur noch rudimentär vorhanden ist. "Zeitreisen durch eine verschwundene Heimat - Grube Ilse-Bückgen" lautet der Titel des Werkes. Mitgeschrieben haben Kurt Luboch, Werner Dupka und Carmen Schulze. Vor einem Vierteljahrhundert musste der Ort für den Tagebau Meuro abgerissen werden. Insgesamt 4000 Menschen verloren damals ihr Zuhause. In der Broschüre ist übrigens genau festgehalten, wann welche Straße verschwand. Nicht zuletzt gibt es einen großen Übersichtsplan von Bückgen.

Das neue Buch habe einen Umfang von 150 Seiten, so die Autoren. Kurt Luboch bezeichnet es weniger als Chronik, sondern mehr als "Heimatbuch". Das Werk lebt von knapp gehaltenen Texten und schier unzähligen Fotos. "Es gibt fast nichts, von dem wir keine Bilder haben", sagt der 79-Jährige, der selbst über Jahrzehnte im Tagebau Sedlitz tätig war. Luboch ist allerdings kein Bückgener, sondern Schmogroer. "Aber ich bin mit den Bückgenern groß geworden. Wir haben zusammen Fußball gespielt, später im gleichen Betrieb gearbeitet."

Eine wesentliche Rolle kommt im Buch der Ilse Bergbau Aktiengesellschaft zu. Ohne dieses Unternehmen hätte sich Bückgen nie zu einem Industrieort entwickeln können. Die Autoren sagen, dass die "Ilse" nicht nur in der Kohleförderung und Veredlung aktiv war, sondern ebenso in der Ziegelherstellung sowie in der Produktion keramischer Plastik.

Ausgangspunkt für das Buch war laut dem Chronikbeirat ein altes Fotoalbum aus dem Ort. Dieses sei beim Ausräumen einer alten Kita entdeckt worden. Der Autor sei allerdings unbekannt. Auf jeden Fall spiegele das Werk das Bückgener Leben in seinen vielseitigen Facetten wider. Es gebe Aufnahmen von der Kirche, der Volksschule, der Badeanstalt, der Tankstelle, den vielen Industrieanlagen und vielem mehr.

Darüber hinaus finden im neuen Buch auch die nach der Wende organisierten Bückgener Heimattreffen eine entsprechende Rolle. Im vergangenen Oktober habe bereits die zehnte Veranstaltung stattgefunden. Was kaum einer weiß: Bereits im Herbst 1981 hatten sich zahlreiche Ex-Bückgener im hessischen Oberursel zu einem Treffen zusammengefunden.

Das Werk solle, so kündigt Kurt Luboch an, im Rahmen der 50-Jahr-Feier der Stadt Großrä-schen präsentiert werden. Der Preis bewege sich voraussichtlich zwischen zwölf und 14 Euro. Erhältlich sei das Buch unter anderem in verschiedener Großrä-schener Geschäften sowie in der Senftenberger Buchhandlung. Die Auflage bewege sich um die 300 Exemplare.