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Senftenberg
BTU will Innovationszentrum kaufen

Das 5,3 Millionen Euro teure Innovationszentrum ist im Mai 2015 eingeweiht worden und kämpft seitdem mit einer mäßigen Auslastung.
Das 5,3 Millionen Euro teure Innovationszentrum ist im Mai 2015 eingeweiht worden und kämpft seitdem mit einer mäßigen Auslastung. FOTO: Jan Augustin
Senftenberg. Die Lausitzer Universität plant den Erwerb des Senftenberger Forschungsgebäudes. Von Jan Augustin

BTU-Präsident Jörg Steinbach hat den Erwerb des Senf­tenberger Innovationszentrums durch die Brandenburgische Technische Universität ins Spiel gebracht. In den nächsten Wochen sollen erste Verhandlungen zum Ankauf beginnen. „Für alle Beteiligten stehen dabei das Zusammenwirken von Forschung sowie Wissens- und Technologietransfer mit der Maßgabe im Vordergrund, dass davon insbesondere der Universitätsstandort, die Stadt Senftenberg und die Region profitieren“, teilt Steinbach mit. Zur inhaltlichen Ausrichtung und zu finanziellen Fragen könne er jetzt noch keine Auskunft geben.

In einer Gesprächsrunde mit dem Senftenberger Bürgermeister Andreas Fredrich (SPD) und dem Landrat des Oberspreewald-Lausitz-Kreises Siegurd Heinze (parteilos) hat er dieses Vorhaben jetzt vorgestellt. Die beiden Verwaltungschefs sind angetan: „Das Innovationszentrum in unmittelbarer Nähe zum Campus Senftenberg stärkt von jeher die gelebte Verflechtung von Wirtschaft und universitärer Forschung. Das enge räumliche Zusammenwirken von Forschung, Entwicklung und Unternehmen bildet ein ideales Umfeld für den wissenschaftlichen Austausch“, teilen sie unisono mit. Der Ansatz, dass die BTU das Gebäude gern noch stärker nutzen möchte, sei ihnen nun zwar bekannt. Allerdings setze dieser Schritt noch Beschlüsse des Kreistages und der Stadtverordnetenversammlung voraus. Fredrich und Heinze begrüßen und unterstützen eigenen Angaben zufolge jegliche Entwicklung der Uni, so auch im Hinblick auf das Etablieren eines Gesundheitscampus am Standort in Senftenberg.

Hintergrund der Pläne ist eine 60-Millionen-Euro-Spritze für die Universität, die in den nächsten Jahren an den beiden Standorten investiert werden soll. Geplant sind unter anderem neue Büro- und Forschungsräume am Zentralcampus in Cottbus, außerdem soll die Mensa modernisiert werden. Die Frauenhofer-Gesellschaft soll in diesem Jahr mit drei Projektgruppen an der BTU ihre Arbeit aufnehmen, zwei davon werden in Senftenberg forschen, kündigt Steinbach an. Auch soll der Gesundheitscampus am Standort Senftenberg weiter etabliert werden. Geplant sei seitens der BTU zudem, die Zusammenarbeit mit dem Dekra-Technologiezentrum zu intensivieren und gemeinsam Betätigungsfelder zu finden. „Diese geplante Entwicklung ist äußerst positiv, bedeuten diese Maßnahmen doch in erster Linie eine weitere Stärkung der Universität und auch des Universitätsstandortes Senftenberg“, zeigen sich Heinze und Fredrich erfreut.

Das im Mai 2015 eingeweihte Innovationszentrum hat 5,3 Millionen Euro gekostet. Knapp die Hälfte wurde mit Fördergeldern finanziert. Den Rest haben sich die Stadt Senftenberg als rechtlicher Eigentümer und der Landkreis OSL als Kooperationspartner geteilt. Zu kämpfen hatten die Betreiber bisher mit der mäßigen Auslastung. Schlecht läuft die Vermietung von Laborräumen. Nach letztem Stand sind gerade einmal zwölf Prozent von 928 Quadratmetern vergeben. Von 146 Quadratmetern Lagerfläche ist knapp die Hälfte vermietet. Büros indes sind gut nachgefragt. Die Auslastung liegt bei 92 Prozent.