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| 16:39 Uhr

Probestudium an der BTU Cottbus-Senftenberg
Schüler beim Probe-Studieren an Lausitz-Universität

 Auch die Perspektive möglicher Patienten einzunehmen, gehört zum Probestudium in Gesundheitswissenschaften an der Lausitzer Universität, an dem auch Lisa Altmann aus dem Umland von Wittenberg teilnimmt.
Auch die Perspektive möglicher Patienten einzunehmen, gehört zum Probestudium in Gesundheitswissenschaften an der Lausitzer Universität, an dem auch Lisa Altmann aus dem Umland von Wittenberg teilnimmt. FOTO: LR / Daniel Roßbach
Senftenberg/Cottbus. Die Brandenburgische-Technische Universität (BTU) Cottbus – Senftenberg stellt sich potenziellen Studierenden vor. Von Daniel Roßbach

Lisa setzt sich eine Brille mit dicken Gläsern auf, geht mit unsicheren Schritten um einen Tisch herum, von dem sie einen Ball nimmt, und versucht, ihn in einen zwei Meter entfernten Korb zu werfen. Es gelingt im zweiten Versuch, denn ihre Brille simuliert die Beeinträchtigung der Sinne bei 1,5 Promille Alkohol im Blut.

Lisa ist eine von zehn jungen Frauen, die sich auf dem Senftenberger Hochschulcampus die Räume anschaut, in denen die gesundheitswissenschaftlichen Institute zu Hause sind. Denn was aussieht wie ein Party-Spiel, ist in Wahrheit Teil eines Probestudiums an der Brandenburgische Technische Universität (BTU) in Senftenberg. In diesem Fall zeigt ein Workshop im Skills Lab, wie sich hohes Alter und andere Beeinträchtigungen auf das eigene Körpergefühl auswirken können. Mit diesem Probestudium sollen Interessenten an Pflege- und Therapiewissenschaft dafür sensibilisiert werden, wie sich mögliche Patienten fühlen. Dieses Angebot richtet sich an junge Menschen, die die Uni gern als Studierende gewinnen will.

In der ersten und zweiten Juni-Woche können sich potenzielle Studierende an der Uni in insgesamt neun Kursen ein detailliertes Bild vom Aufbau und den Inhalten für sie möglicher Studiengänge machen. Jeder der Kurse erstreckt sich über drei Tage.

Am Zentralcampus in Cottbus wird ein Einblick in die Architektur, Maschinenbau, Informatik, Umweltwissenschaften und Betriebswirtschaftslehre gegeben. In Senftenberg können sich Schüler und andere Interessierte auf ein Studium in chemischen und technischen Fächern sowie den angebotenen Studiengängen im Gesundheitswesen informieren. Außerdem kann man sich am Campus Sachsendorf einen Eindruck des Studiums in sozialer Arbeit verschaffen. Bis Ende Mai hatten sich nach Angaben der Hochschule etwa 200 Interessenten für die Angebote angemeldet.

 Mit einer Brille, die eine virtuelle Realität zeigt, können die Studentinnen, hier angeleitet von Ann-Kathrin Kauer, mit anatomischen Modellen arbeiten.
Mit einer Brille, die eine virtuelle Realität zeigt, können die Studentinnen, hier angeleitet von Ann-Kathrin Kauer, mit anatomischen Modellen arbeiten. FOTO: LR / Daniel Roßbach

Zum Programm gehören Informationsveranstaltungen zum Studium in der Lausitz und Besuche regulärer Vorlesungen. Die Interessenten sind auch eingeladen, sich die Städte um den Campus herum anzusehen und sich mit aktuellen Studierenden auszutauschen.

Beides hat auch Lisa Altmann gemacht. Die 19-Jährige aus der Nähe von Wittenberg in Sachsen-Anhalt hat vor kurzem ihr Fach-Abitur mit einem Schwerpunkt Wirtschaft gemacht. Dabei hat sie aber gemerkt, dass ihr dieses Feld letztlich nicht liegt. Stattdessen will sie „etwas mit Menschen machen“. Ihre Motivation zu einer physiotherapeutischen Ausbildung, die es an der BTU als Studium gibt, speist sich aus eigener Erfahrung: Wegen einer Skoliose und anderen körperlichen Problemen musste sie aufhören, Leistungssport zu betreiben. Zwölf Jahre lang war sie begeisterte Turnerin.

Praktisch vorgestellt werden die gesundheitswissenschaftlichen Studiengänge von zwei Studenten. Katharina Loehr und Ann-Kathrin Kauer studieren im Master Berufspädagogik für Gesundheitsberufe. Die beiden haben noch als Bachelor-Studenten begonnen, praktische Inhalte zu unterrichten. Das tun sie nun auch mit den Probestudentinnen. „Wir haben eine Leidenschaft dafür entwickelt, praktische Elemente ins Studium zu tragen“, sagt Loehr. Das sei gerade in der Pflege wichtig. Denn gerade deren Handgriffe und Verfahrensweisen verlangten und produzierten viel Wissen über den richtigen Umgang mit Patienten.

Ganz realistisch kann das Probestudium den Alltag an der Universität aber nicht darstellen. „Normalerweise beziehen wir uns ja auf Inhalte, die gerade im Studium vorkommen“, sagt Kauer: „Das ist hier nicht möglich. Die unterschiedlichen Voraussetzungen der Teilnehmenden machen es schwierig, einen realtistischen Einblick zu geben.“

 Katharina Loehr erklärt den jungen Menschen, die sich für Pflegewissenschaften interessieren, wie sich hohes Alter auf den Körper auswirkt. Mit einem Anzug, der das simuliert, kann das auch praktisch erlebt werden.
Katharina Loehr erklärt den jungen Menschen, die sich für Pflegewissenschaften interessieren, wie sich hohes Alter auf den Körper auswirkt. Mit einem Anzug, der das simuliert, kann das auch praktisch erlebt werden. FOTO: LR / Daniel Roßbach
 Auch die Perspektive möglicher Patienten einzunehmen, gehört zum Probestudium in Gesundheitswissenschaften an der Lausitzer Universität, an dem auch Lisa Altmann aus dem Umland von Wittenberg teilnimmt.
Auch die Perspektive möglicher Patienten einzunehmen, gehört zum Probestudium in Gesundheitswissenschaften an der Lausitzer Universität, an dem auch Lisa Altmann aus dem Umland von Wittenberg teilnimmt. FOTO: LR / Daniel Roßbach