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Bronze-Akt vom Sockel verschwunden

Der "Sitzende weiblicher Akt" ist Bestandteil der Kunstsammlung Lausitz – jetzt ist er weg.
Der "Sitzende weiblicher Akt" ist Bestandteil der Kunstsammlung Lausitz – jetzt ist er weg. FOTO: Landkreis OSL
Senftenberg. Großer Verlust für die Kunstsammlung Lausitz in Senftenberg: Die Bronzeskulptur "Sitzender weiblicher Akt" ist spurlos verschwunden. Wann genau die Plastik aus dem Schlosspark gestohlen wurde, ist unklar. jag/kw

Im Museum des Landkreises Oberspreewald-Lausitz und bei der Polizei wurde der Diebstahl am 25. August gemeldet. Das bestätigt Polizeisprecher Ralph Meier. Nach RUNDSCHAU-Informationen sitzt das Kunstwerk aber schon seit etwa zehn Tage mehr oder weniger unbemerkt nicht mehr auf dem gemauerten Sockel neben der Galerie. Ralph Meier beziffert den künstlerischen und Materialschaden auf rund 40 000 Euro.

Die Museumsmitarbeiter von Schloss und Festung Senftenberg sind schockiert. "Das Verschwinden des ‚Sitzenden weiblichen Aktes' ist ein großer Verlust für die Kunstsammlung Lausitz", teilt Museumssprecherin Jenny Linke mit. Eine Erklärung für diesen dreisten Diebstahl, der mit großem Aufwand durchgeführt worden sein muss, hat sie nicht. "Die Exponate des Museums in den Ausstellungen im Außenbereich werden regelmäßig überprüft", versichert sie.

Die Plastik von Siegfried Krepp wurde Anfang der 1990er-Jahre für die Kunstsammlung Lausitz angekauft und befand sich seitdem im Schlosspark. Eigentümer ist der Landkreis. Krepp war einer der bedeutendsten Bildhauer der DDR. Zu seinen wichtigsten Arbeiten gehören die Reliefstele des Denkmals deutscher antifaschistischer Spanienkämpfer im Volkspark Friedrichshain und die Reliefgestaltung am Südportal des Berliner Doms. Siegfried Krepp wurde 1930 in Lauchhammer geboren und arbeitete später in Berlin, wo er 2013 verstarb. Die Kunstsammlung Lausitz besitzt mehrere Arbeiten des Künstlers. "Wir bitten nun um Mithilfe der Anwohner", sagt Jenny Linke. "Hat jemand etwas Auffälliges in den Tagen vor dem 25.August beobachtet? Gibt es Hinweise zum Verbleib des Kunstwerkes? Das Museum ist über Hinweise unter Telefon 03573 2628 dankbar.