ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:20 Uhr

Stadtfeuerwehrtag Senftenberg
Löschangriffe in Sekundenschnelle

So kämpfen Sieger: Die Briesker Männermannschaft beim Löschangriff nass.
So kämpfen Sieger: Die Briesker Männermannschaft beim Löschangriff nass. FOTO: Uwe Hegewald
Brieske/Senftenberg. Feuerwehr Brieske richtet Senftenberger Stadtfeuerwehrtag aus und triumphiert.

Der Alltag von haupt- oder ehrenamtlichen Feuerwehrleuten in Südbrandenburg gestaltet sich anno 2018 alles andere als gelöst. Feuer, die über Forst- und Landwirtschaftsflächen ziehen, mehrfach brennende Altreifenstapel, Verkehrsunfälle oder technische Hilfeleistungen haben die Einsatzkräfte der Stadt Senftenberg und ihrer Ortsteile in diesem Jahr in Atem gehalten. „Im Jahr 2017 sind wir zu 760 Einsätzen ausgerückt. Aktuell liegen wir jetzt schon bei knapp 600 Alarmierungen“, teilt Frank Albin mit. Ob es ein Einsatz-Rekordjahr wird, hängt nach den Worten des Senftenberger Stadtwehrführers von möglicherweise stürmischen Herbsttagen ab.

An die Besuche von „Xavier“ und „Herwart“, die im Oktober 2017 auf Straßen und Gleisen für chaotische Zustände sorgten, können sich die hiesigen Feuerwehrleute noch sehr gut erinnern. Mit Bedenken blicken sie auf die kommenden Wochen und Monate.

Die anhaltende Trockenheit hat selbst stabil wirkenden Bäumen zugesetzt. Einige sind in ihrer Standfestigkeit beeinträchtigt. Selbst massive Äste brechen völlig unerwartet ab. Nicht auszudenken, wenn stärkere Herbststürme in die Bäume fahren.

Dass trotz aller Eventualitäten und der zurückliegenden, hohen Zahl der Einsätze ein Stadtfeuerwehrtag durchgeführt wird, hält Frank Albin für gerechtfertigt. „Es ist neben unserem jährlichen Feuerwehr-Ball eine gute Gelegenheit, sich außerhalb von Einsätzen zu begegnen. Wobei natürlich die Feuerwehrwettbewerbe im Vordergrund stehen“, sagt er. Zwar hätten diese bei weitem nicht den Stellenwert wie im Norden des Landkreises, aber es sind Leute, die sonst auch zu Einsätzen fahren, betont der Stadtwehrführer.

Nicht die sportlichen Höchstleistungen machen den Charme der Stadtfeuerwehrtage aus, sondern vielmehr der Spaß. „Die Löschzüge haben auch gar nicht die Zeit für intensives Training. Das schaffen wir nicht“, räumt Frank Albin ein. Manuel Keba von der ausrichtenden FFw Brieske kann das nur bestätigen: „Aufgrund von Einsätzen mussten wir Trainings verschieben oder sogar mittendrin abbrechen.“ Dennoch habe die Mannschaft eine gute Dynamik, um beim Kampf um den begehrten Wanderpokal im Löschangriff nass einzugreifen. „Den Pokal haben wir im vergangenen Jahr gewonnen und wollen diesen natürlich verteidigen“, kündigte der stellvertretende Ortswehrführer aus Brieske an.

Beruflich arbeitet Manuel Keba im Feuerwehr- und Katastrophenschutz Technischem Zentrum (FKTZ) Großräschen. Er war bei beiden Einsätzen am brennenden Senftenberger Reifenlager und beim Flächenbrand bei Ruhland dabei. Das erkläre, warum Feuerwehrsport in seiner Ortswehr zwar mit Leidenschaft, aber nicht mit übertriebenem Eifer ausgeübt wird.

Mit seiner Sieg-Prognose lag der Maschinist und Gruppenleiter der Wettkampf-Mannschaften von Brieske genau richtig. Sollten die Briesker Männer 2019 den Pokal ein drittes Mal in Folge verteidigen, dürfen sie diesen dauerhaft in ihrem Depot verstauen. Bürgermeister Andreas Fredrich müsste als Pokal-Stifter dann nach einer neuen Trophäe Ausschau halten.

Für einen verbalen Ritterschlag sorgte Senftenbergs Ordnungsamtsleiter André Nickel. Insbesondere den Nachwuchsfeuerwehrleuten attestierte er überdurchschnittliches Engagement. „Toi, toi toi, dass es euch gelingt, alles zu zeigen, was ihr im Training erlernt habt“, appellierte er.

Ergebnisse: Löschangriff nass, Männer: 1. Brieske I, 2. Senftenberg/Kleinkoschen, 3. Brieske II.
Löschangriff Bambinis (U 10): Sieger Peickwitz.
Löschangriff/Feuerwehrstafette Kinder (U 14): 1. Hosena, 2. Peickwitz, 3. Brieske.

(uhd)