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| 10:49 Uhr

Tipp fürs Wochenende
Auf der literarischen Wanderbaustelle

FOTO: LR / Jan Augustin
Senftenberg. Der „Autorenkreis Kornblume“, eine Initiative unter dem Dach des Nachwuchs-Literatur-Zentrums „Ich schreibe!“, lädt vom 7. bis 9. September zum 6. Lyrikfest in die Begegnungsstätte & Galerie Marga in Brieske ein.

Tage der Literatur unter dem Titel „Hör doch!“ finden bis Sonntag in der Begegnungsstätte und Galerie Marga statt. Hörspiel, Hörcollage und Workshop stehen auf dem Programm, teilen die Veranstalter mit. Autoren der Lyrikszene werden ihre gereimten, ungereimten, komischen, politischen, stimmungsvollen, unterhaltenden, sinnenden Gedichte vortragen. Der Eintritt ist frei und es gibt spezielle literarische Angebote. Gestandene Autoren, Literaturstipendiaten, Kulturjournalisten, Übersetzer, junge Talente, Schriftsteller treffen mit Literaten aus der Region zusammen. Dabei werden wieder die alten Fragen aufgeworfen. Was will, was kann Poesie? Warum schreibe ich? Wer braucht heute noch die Dichtkunst? Sie steht an erster Stelle, auch wenn manche Dichter ihr Leseprogramm mit szenischen oder musikalischen Beiträgen bereichern.

So werden Yana Arlt und Wolfgang Wache am Freitag, 7. September, ab 19 Uhr bei einer Lyrikgala ihr neuestes literarisch-musikalisches Programm „Menschen.punkte.“ vorstellen. Sonnabend sind drei Veranstaltungen zu erleben. Die Hörcollage „Quietschen des Baggers – Rauschen des Sees“ beginnt um 15 Uhr. Ohne das Quietschen des Baggers gäbe es das Rauschen des Sees nicht. So ließe sich die Entwicklung der Lausitz kurz zusammenfassen. Die Entdeckung der Braunkohle löste eine unvergleichliche Veränderung aus, die Leben und Arbeiten der Menschen und die Landschaft besonders in der Niederlausitz bis heute prägen. Die Autoren Benedikt Dyrlich, Alexander Kiensch, Stefan Reschke, Udo Tiffert, Bettine Reichelt, Wolfgang Wache und Yana Arlt bereiten ihre Erfahrungen und Begegnungen in Lyrik und Prosa auf. Die Klangkulisse gestaltet die Gruppe „Ziegenfell“ aus Senftenberg.
Die „Literarische Wanderbaustelle“ ist ab 17 Uhr zugänglich. In Lesungen von jeweils 20 Minuten stellen deutschsprachige Autoren ihre Manuskripte und neuen Publikationen vor.

Der Hörspielabend unter dem Titel „Erst die Toten haben ausgelernt“ beginnt um 20 Uhr, Einlass ist ab 19.30 Uhr. Horst Mönnich ist ein Schriftsteller, der 1918 in Senftenberg geboren und durch seine Hörspiele in den 1950er-Jahren bekannt wurde. 1957 entstand aus der literarischen Vorlage „Die Wanderkarte“ das Hörspiel „Erst die Toten haben ausgelernt“. Es ist eine besondere Karte, die eine langweilige Radtour der Oberstufe doch noch zu einem überraschenden Ausflug werden lässt. Eine Karte, die in den Jahren des Zweiten Weltkriegs Leben retten könnte. Horst Mönnich lässt teilhaben am Erwachsenwerden einer Generation, deren Kindheit in der Zeit der Weimarer Republik liegt, deren Jugend von Verwicklungen in Weltkriegshandlungen geprägt ist. Die Hörspielnacht wird von Lichtinstallationen durch Eventservice Christian Koschinsky begleitet.

Tage der Literatur „Hör doch!“
Sonnabend, 8. September, ab 15 Uhr, Brieske, Begegnungsstätte & Galerie Marga

(red/br)