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| 13:45 Uhr

Weltkindertag
Kinder pflanzen Marga-Rosen

Brieske. 75 Rosen werden am Weltkindertag in der Gartenstadt Marga gesetzt. Von Torsten Richter-Zippack

Als Senkgraben bezeichnen die Briesker die etwas tiefer gelegenen Grünfläche auf ihrem Markt, der offiziell Platz des Friedens heißt. Bislang hat das rechtwinklige Areal mit seinen insgesamt fünf Rabatten ein eher trauriges Bild abgegeben. Außer Unkraut wuchs dort in den vergangenen Jahren nicht allzu viel.

Seit dem gestrigen Freitag ist das anders. Denn mehr als 80 Kinder aus fünf Senftenberger Grundschulen haben 75 Rosen in den drei Farbschlägen rot, gelb und weiß in den Boden des mittleren und größten Rondells gepflanzt. „Senftenberg ist seit dem Jahr 2015 kinderfreundliche Kommune. Und anlässlich des heutigen Weltkindertages haben wir uns für diese Aktion entschieden“, begründet Jennifer Marunge, Koordinatorin der kinderfreundlichen Kommune im Senftenberger Rathaus.

Darüber hinaus wird das Jubiläum 30 Jahre Kinderrechte begangen. Die Seestadt ist einer von insgesamt 30 Partnern innerhalb einer Kampagne gemeinsam mit dem Deutschen Kinderhilfswerk zur Stärkung der Kinderrechte. Die Pflanzaktion auf dem Briesker Markt präsentiert laut Jennifer Marunge nur eine von mehreren geplanten Aktionen. Mehr will sie aber noch nicht verraten.

Das frischgebackene Landtagsmitglied und Angehörige des Briesker Ortsbeirates, Ilona Nicklisch (BVB/Freie Wähler), sagt, dass die Briesker schon lange um eine Verschönerung ihres Senkgrabens kämpfen. „Der bisherige Anblick der Fläche war nicht gerade ein Aushängeschild für unsere Gartenstadt“, betont die Politikern. Allerdings steht bis heute die inmitten der Fläche befindliche Stele leer. Dort soll, so kündigt Nicklisch an, im Jahr 2020 wieder eine Figur der Marga, die Namensgeberin der Gartenstadt, thronen. Das Original befinde sich in Verwahrung der Stadt aus Furcht vor Vandalismus und Diebstahl. Aus diesem Grund werde eine Kopie angefertigt.

Die vier kleinen Rabatten innerhalb der Markt-Grünfläche sollen indes indes verschwinden und mit Rasen ausgestattet werden. „Die vier markanten Säulenpappeln, die das Areal eingrenzen, haben die Rabatten so sehr durchwurzelt, dass dort für weitere Rosen kein Platz ist“, bedauert Ilona Nicklisch. Ansonsten hätte sie auch diese Standorte für die Königin der Blumen empfohlen.

Der kleine Luca aus der Senftenberger Walther-Rathenau-Grundschule ist mit großem Eifer dabei. Gemeinsam mit der Stadtverordneten Kerstin Weidner und Kurt Bayer vom Seniorenbeirat bringt der siebenjährige Zweitklässler eine rotblühende Rose in den Boden. „Das ist meine erste Rose, die ich selbst gepflanzt habe“, erklärt er stolz.

Damit die Blumen gut anwachsen, haben die Organisatoren der Aktion die Briesker Traditionsfeuerwehr engagiert. Die Kameraden sorgen für reichlich Wasser. Ansonsten werde die Stadt die künftige Pflege übernehmen. Gesponsert werden die Blumen indes vom örtlichen Kinder- und Jugendbeirat.

Neben dem Blumenpflanzen gibt es für die Kinder an diesem Weltkindertag noch weitere acht Stationen auf dem Briesker Markt. Das Angebot reicht von Obstessen bis Eis schlecken. Jeder Schüler erhält eine Maske, auf deren Rückseite die einzelnen Punkte abgehakt werden können. Zum Finale gibt es ein großes Gruppenfoto, natürlich mit den Masken. Diese wiederum werden demnächst als Postkarten gestaltet und anschließend an die Politiker versandt, kündigt Jennifer Marunge an. Bereits an diesem Sonntag reist eine Abordnung Senftenberger Kinder zum großen Kinderfest nach Berlin. Am Potsdamer Platz werde das Briesker Rosenprojekt einer breiten Masse vorgestellt, sagt Marunge.

Übrigens: Ilona Nicklisch hätte für pflanzwillige Kinder und Erwachsene noch weitere Arbeit parat. Und zwar in den beiden Kreisverkehren an den Briesker Ortseinfahrten unweit von Feuerwehr und der Zufahrt zur B 169. „Deren Innenflächen gleichen derzeit eher Schandflecken als Einladungen, um unsere Gartenstadt zu besuchen“, bemängelt die Brieskerin. „Dort müsste mal dringend etwas getan werden. Es dürfen ebenfalls gern Rosen sein, müssen aber nicht.“

 Hier unterstützen die Stadtverordnete Kerstin Weidner und Kurt Bayer vom Seniorenbeirat den siebenjährigen Luca beim Pflanzen einer Rose.
Hier unterstützen die Stadtverordnete Kerstin Weidner und Kurt Bayer vom Seniorenbeirat den siebenjährigen Luca beim Pflanzen einer Rose. FOTO: Torsten Richter-Zippack