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| 15:22 Uhr

Es brennt in Lipsa: Ortswehr ist nicht mehr einsatzbereit
Brandheißer Alarm in Lipsa

Der Feuermelder am Lipsaer Gerätehaus muss hoffentlich nicht so bald betätigt werden. Denn die Ortswehr ist nicht einsatzbereit.
Der Feuermelder am Lipsaer Gerätehaus muss hoffentlich nicht so bald betätigt werden. Denn die Ortswehr ist nicht einsatzbereit. FOTO: Steffen Rasche / Rasche FOTOGRAFIE
Lipsa. Nicht einsatzbereite Ortswehr steht vor dem Aus. Ruhlands Amtsdirektor startet in der ersten Maiwoche letzten Rettungsversuch. Ortswehrführer hält dagegen: „Wir halten zur Stange!“ Von Andrea Budich

Alarmstufe Rot. Bei der Lipsaer Ortswehr brennt die Hütte. Die 26-Mann-starke Wehr ist nicht einsatzbereit. Wenn es brennt im 120-Seelen-Ort, dann müssen die Lipsaer auf das Anrollen der Ortswehren aus Jannowitz, Ruhland, Arnsdorf oder Schwarzbach hoffen. Denn die eigenen Jungs sind nicht mehr Bestandteil der Ausrückordnung des Amtes.

Das Lipsaer Feuer zum Lodern gebracht hat Amtsdirektor Roland Adler schon vor anderthalb Jahren. „Von der Truppe ist nur ein Kamerad zum aktiven Dienst gemeldet“, untermauert er seine Position. Die Wehr musste aus der Einsatzbereitschaft abgemeldet werden, weil sie nicht über ausreichend qualifizierte Führungskräfte verfügt. Den einsatz­willigen Mitgliedern fehlt zudem die erforderliche Truppmann-Ausbildung.

Die fehlenden Qualifikationen nachzuholen, dafür hatten Lipsas Kameraden über ein Jahr Zeit. „Die wir auch genutzt haben“, beteuert Ortswehrführer Marcus Trentsch. Fünf Kameraden befinden sich derzeit in der Truppmann-Ausbildung. Er und ein weiterer Kamerad lassen sich zudem zum Truppführer qualifizieren. Immer sonntags ab 10 Uhr läuft die Technik-Ausbildung vor dem Gerätehaus. „Meine Jungs sind alles junge Leute und hoch motiviert. Sie halten zur Stange und wollen unbedingt wieder rein in die Ausrückordnung des Amtes“, erklärt Ortswehrführer Marcus Trentsch.

Ob das den Amtsdirektor überzeugt, bleibt fraglich. Den Ausbildungsstand, der derzeit Schwarz auf Weiß vorliegt, hält er für unzureichend. Trotzdem gibt er den Kameraden nochmals Gelegenheit, in der ersten Maiwoche alle Karten bei einem Vor-Ort-Gespräch auf den Tisch zu packen. Danach soll die Entscheidung zur Zukunft der Lipsaer Wehr fallen. Bleibt es bei der fehlenden Qualifikation, dann steht die Wehr vor dem Aus. In diesem Falle will der Amtsdirektor die Lipsaer Wehr schließen und die Kameraden an den Standort Hermsdorf umleiten.

In die hoch emotionale Entscheidungsfindung fließen aber auch finanzielle Fragen ein. Das streitet der Amtsdirektor nicht ab. „Die Lipsaer Wehr kostet dem Amt genauso viel Geld wie andere Wehren, die einsatzbereit sind“, wirft er in die Waagschale. Auch wenn er weiß, dass er damit für viel Zündstoff sorgt, bleibt er dabei: „Einfach so weiter machen wie bisher, das steht das Amt finanziell nicht mehr lange durch.“