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| 21:10 Uhr

Gesundheit spezial
Die Peickwitzer Milch ist Spitze

Jeden Tag werden die Kühe auf dem Melkkarussell gemolken. Bis zu 40 Tiere finden darauf gleichzeitig Platz.
Jeden Tag werden die Kühe auf dem Melkkarussell gemolken. Bis zu 40 Tiere finden darauf gleichzeitig Platz. FOTO: Richter-Zippack
Peickwitz/Senftenberg. Milch gehört wegen ihres Fett- und Eiweißgehaltes zu den wertvollsten Lebensmitteln. Von Torsten Richter-Zippack

Spätestens gegen 6 Uhr ist für die schwarz-weißen Holstein-Friesian-Kühe im Stall der Peickwitzer Firma Agropei die Nacht vorbei. Dann steigen die ersten 40 Tiere auf das kreisrunde Melkkarussell. Mittels moderner Technik wird die Milch den Eutern entzogen. Knapp 900 der insgesamt 1000 Peickwitzer Milchkühe liefern an 365 Tagen im Jahr Milch, sagt Agropei-Geschäftsführer Thomas Meyer. Ein Melkdurchgang dauere rund sieben Stunden. Zweimal am Tag stehe dieses Prozedere an. Jede Kuh gebe im Schnitt zwischen 25 und 26 Liter Milch. Das entspricht einer Jahresmenge von rund 8000 Litern. Übrigens: Laut  Brandenburger Landwirtschaftsministerium muss jede Kuh für einen Liter Milch 540 Liter Blut durch ihr Euter pumpen. „Per Hand wird schon seit den 1970er-Jahren nicht mehr gemolken. Diese körperlich schwere und anspruchsvolle Arbeit haben seitdem Maschinen ersetzt“, erklärt Meyer.

Die gewonnene Flüssigkeit strömt mit der Körpertemperatur der Tiere, rund 37 Grad Celsius, aus den Eutern. „Wir kühlen sie dann mithilfe von Eiswasser auf sechs bis sieben Grad herunter. Damit bleibt die Milch länger haltbar. Jeden Tag kommt der Tankzug, der 22 500 Liter Milch fasst, und transportiert diese zu Müller-Milch nach Leppersdorf bei Dresden. Dort werden die verschiedensten Produkte hergestellt“, sagt der Agropei-Geschäftsführer. Von seinen 50 Mitarbeitern seien mehr als 20 in der Milchproduktion beschäftigt. Brandenburger Milcherzeuger liefern ihr Produkt derzeit an 19 Molkereien in ganz Deutschland.

Zwischen Prignitz und Lausitz gibt es nach Angaben von Dr. Manfred Hammel, Geschäftsführer des Landeskontrollverbandes Berlin-Brandenburg, mit Stand April 2018 genau 378 Milchbauern. Das sind fast 120 weniger als noch Ende 2014. Aufgrund der sehr niedrigen Milchpreise haben viele Betriebe dicht gemacht. Derzeit bewegt sich der Preis bei 29 Cent je Liter, kostendeckend sind laut Thomas Meyer 35 Cent.

Die Brandenburger Milch, sagt Manfred Hammel, weise eine hervorragende Qualität auf. Beispielsweise bewege sich der Gehalt an Keimen am unteren Ende der Skala. Im Durchschnitt der Bundesländer nehme Brandenburg einen der vordersten Plätze ein.

Milch beinhaltet viel Einweiß und Vitamine.
Milch beinhaltet viel Einweiß und Vitamine. FOTO: dpa / Lukas Schulze

Sehr regelmäßige Proben bei den Milchbauern, bis zu dreimal monatlich, garantierten eine hervorragende Qualität. Festgestellt würden unter anderem die entsprechenden Inhaltsstoffe wie Fett- und Einweißgehalte, die bakteriologische Beschaffenheit und Rückstände von Antibiotika.

Die Peickwitzer Kühe bekommen in der Regel Rapsschrot aus der Riesaer Ölmühle gereicht, ebenso Mais- und Grassilage, Getreide und Stroh. „Außerdem füttern wir Mineralstoffe zu, die die Tiere dringend brauchen“, erklärt Thomas Meyer. Der Einsatz von Fütterungshormonen sei in der Milchtierhaltung bundesweit verboten.

Im Reformhaus Hedwig in Senftenberg gibt es verschiedene Milchsorten zu kaufen. „Sie ist immer pasteurisiert“, erklärt Inhaberin Renate Fritsche. Dabei werde die Milch indirekt erhitzt. Ziel sei die Keimfreiheit sowie das Erreichen einer gewissen Haltbarkeit. „Ich schätze Milch, weil es sich um ein ursprüngliches Produkt mit einem hohen Vitaminanteil handelt“, resümiert Renate Fritsche. Nicht zuletzt finde Milchzucker auch als Mittel zur Darmsanierung Verwendung. Sie beziehe ihre Milch grundsätzlich aus dem Biogroßhandel. „Ich versuche, vor allem Kinder zum Milchtrinken zu animieren“, sagt Renate Fritsche. „Denn sie enthält so viele lebenswichtige Nährstoffe.“