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| 15:51 Uhr

Verkehrsanbindung
Brandenburg hält an Oder-Lausitz-Straße fest

 An der Bärhaus-Kreuzung in Lauchhammer-Süd befindet sich ab Ende Juni der östliche Bauanfang der B 169. Sowohl dieser Knotenpunkt als auch sein Pendant in Lauchhammer-West bleiben während der kompletten Bauphase passierbar.
An der Bärhaus-Kreuzung in Lauchhammer-Süd befindet sich ab Ende Juni der östliche Bauanfang der B 169. Sowohl dieser Knotenpunkt als auch sein Pendant in Lauchhammer-West bleiben während der kompletten Bauphase passierbar. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Potsdam/Senftenberg. Eine Verbinung von der A11 bis zur A15 soll es werden. Doch viele Ortsumfahrungen befinden sich in der Planung. Gebaut wird an der Oder-Lausitz-Straße derzeit nicht. Von Torsten Richter-Zippack

Seit 20 Jahren wird an der Oder-Lausitz-Straße (OLS) gebaut. Die rund 265 Kilometer lange, durchweg dreispurige Trasse soll von der Autobahn 11 bei Finowfurt/Eberswalde über Frankfurt (Oder), Eisenhüttenstadt, Guben, Cottbus und Senftenberg zur A 13 bei Schwarzheide und Ruhland führen. Nach ursprünglichen Planungen sollte die Straße bereits im Jahr 2015 vollendet sein. Doch bis heute ist sie aus verschiedensten Gründen nur Stückwerk. 18 Maßnahmen sind umgesetzt worden, unter anderem die Ortsumfahrungen von Frankfurt (Oder) und Guben, teilt Steffen Streu vom Infrastrukturministerium mit. Vollendet wurden bislang mehr als 125 Kilometer, in die gut 300 Millionen Euro geflossen sind. Das ist nicht einmal die Hälfte der Gesamtlänge.

Aktuell befinden sich 16 Vorhaben mit einem Streckenumfang von mehr als 80 Kilometern in der Planung. Diese Strecken sollen rund 310 Millionen Euro kosten. Das Land Brandenburg, so versichert Steffen Streu, halte weiter an der Oder-Lausitz-Straße fest. Wann die OLS in ganzer Länge befahren werden kann, sei indes offen.

 Oder-Lausitz-STraße
Oder-Lausitz-STraße FOTO: LR / Thomasb

„Die Trasse stärkt die wirtschaftliche Entwicklung in Ostbrandenburg, gerade im Hinblick auf die EU-Osterweiterung und den damit verbundenen Warenverkehr. Gleichzeitig werden die Städte vom Durchgangsverkehr, insbesondere von Lkw, entlastet“, erklärt Streu. Allerdings gibt es auch Kritik, beispielsweise am Bau in strukturschwachen Gebieten, in denen die Bevölkerungszahl weiter sinkt und somit das Verkehrsaufkommen einen Neubau nicht rechtfertige. Darüber hinaus hatten bereits im Jahr 2012 Bürger aus Brieskow-Finkenheerd bei Eisenhüttenstadt vor dem Bundesverwaltungsgericht gegen einen zehn Kilometer langen Abschnitt der OLS geklagt, da sie befürchteten, dass die Straße ihren Ort teile. Seit Dezember 2015 ist dieser Abschnitt fertiggestellt.

Die für die Lausitz wichtigen Ortsumfahrungen der B 169 zwischen Cottbus und der A 13 bei Ruhland sind im Bundesfernstraßenplan 2016 im vordringlichen Bedarf eingeordnet. Der Bundestag hat die Notwendigkeit des Neubaus bestätigt. Konkret handelt es sich um die Ortsumfahrungen für Klein Oßnig/Hänchen-Annahof/Klein Gaglow, für Neupetershain-Nord, für Lindchen, für Allmosen und für Schwarzheide-Ost. Die Umgehungen für Senftenberg sowie Domsdorf und Drebkau wurden bereits in den Jahren 2008 und 2007 freigegeben. An den zu bauenden Ortsumfahrungen werde also weiter festgehalten, auch wenn seit März 2019 der Durchgangsschwerverkehr von der B 169 verbannt wurde. Seit rund einem Vierteljahr können die Brummis die Straße nur noch im Sackgassenprinzip benutzen. In Richtung Cottbus ist in Klein Oßnig Schluss, in Richtung Senftenberg in Allmosen.

Bis die übrigen Straßenabschnitte des Lausitzer Abschnittes der OLS befahrbar sind, wird es allerdings noch dauern. Denn bis auf die Umfahrungen von Lindchen und Allmosen sowie den neuen Knotenpunkt der Bundesstraßen 96/156/169 bei Allmosen befinden sich die übrigen Teilprojekte der OLS erst in der Vorplanung. Das bedeutet, dass zunächst Konflikte, die das Vorhaben infrage stellten könnten, ausgeräumt werden. Ein Beispiel sind Belange des Umwelt- und Naturschutzes. Zudem erfolgt die konkrete Festlegung des künftigen Straßenverlaufes. Für Schwarzheide-Ost gibt es aktuell keine Planung.

Die übrigen Umgehungen zwischen Ruhland und Cottbus sind bereits in die Entwurfsplanung aufgerückt. In diesem Zuge werden alle technisch relevanten Daten penibel genau aufgeschlüsselt. Nicht zuletzt erfolgt in dieser Phase die Ermittlung der anfallenden Kosten.

Anschließend folgen noch zwei weitere Planungsphasen, bevor es in die Planfeststellung mit Beteiligung der Öffentlichkeit und anschließend in die Ausschreibung geht. Erst dann kann gebaut werden.

Auch mehrere weitere Abschnitte der Oder-Lausitz-Straße befinden sich zurzeit in frühen Planungsphasen. Das betrifft unter anderem die Ortsumfahrungen von Bad Freienwalde und Eisenhüttenstadt/Neuzelle. Dagegen haben es die Umfahrungen von Cottbus und Frankfurt (Oder) bereits in die Planfeststellung geschafft. Wann dort die Bauleute anrücken, ist laut dem Infrastrukturministerium noch ungewiss. So können mögliche Einwendungen im Rahmen der Planfeststellung oder Klagen gegen den Beschluss den Baustart verzögern.