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Feuer im Wellnesshotel am Senftenberger See
Brand im Tophotel: Sauna nicht zu retten

Exakt um 21.47 Uhr heulten in den Ortsteilen rund um den Senftenberger See die Sirenen. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte brannte das russische Schwitzbad in voller Ausdehnung. Flammen schlugen haushoch aus dem Gebäude, eine starke Rauchentwicklung erschwerte die Löscharbeiten.
Exakt um 21.47 Uhr heulten in den Ortsteilen rund um den Senftenberger See die Sirenen. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte brannte das russische Schwitzbad in voller Ausdehnung. Flammen schlugen haushoch aus dem Gebäude, eine starke Rauchentwicklung erschwerte die Löscharbeiten. FOTO: Steffen Rasche
Senftenberg. 53 Feuerwehrkameraden verhindern in der Nacht zum Freitag ein Übergreifen der Flammen auf das Hauptgebäude des Wellnesshotels Seeschlößchen. Von der russischen Banja bleibt nur ein verkohlter Trümmerhaufen zurück. Von Andrea Budich

Der Schock nach der Brandnacht mit 53 Feuwehrmännern und zwölf Feuerwehren verteilt rund um das Seeschlößchen sitzt bei Hotelchef Maik Zander auch noch am Morgen danach tief. Der Senftenberger Wellness-Fürst, der anspruchsvolle Gesundheitstouristen aus ganz Deutschland an den See lockt, ist sofort in Alarmbereitschaft, als er am Donnerstagabend kurz vor 22 Uhr von einem Mitarbeiter mit der Nachricht: „Es brennt“ angerufen wird. Er selbst ist an diesem Abend nicht im Hotel und wird daher zu Hause angeklingelt. „Bei einem solchen Anruf geht dir alles mögliche durch den Kopf“, gibt er zu. Das Ausmaß wird dem Hotelchef sofort klar, als er meterhohe Flammen aus der Saunatür im Hotelgarten schlagen sieht. Spätestens bei diesem Anblick ist ihm klar, dass für die russische Banja nichts mehr zu machen ist. Die Feuerwehrkameraden können das Schwitzbad nicht mehr retten, aber verhindern, dass die Flammen auf andere Hotelgebäude überschlagen.

Die sechs Saunen im Seeschlößchen sind bis 23 Uhr in Betrieb. Ein Hotelgast hatte die Rauchentwicklung beim Gang durch den Saunagarten entdeckt und an der Rezeption gemeldet. Ein erster Versuch, die Flammen mit einem Feuerlöscher zu bekämpfen, misslang kläglich. Hotelchef Maik Zander zeigt sich daher zutiefst dankbar, dass die Einsatzkräfte bis aus Hosena und Peickwitz binnen weniger Minuten vor Ort waren, um Schlimmeres zu verhindern.

Die 50 Hotelgäste - teilweise nur mit einem Bademantel bekleidet - wurden vorsorglich evakuiert, konnten aber nach kurzer Zeit wieder auf ihre Zimmer.
Die 50 Hotelgäste - teilweise nur mit einem Bademantel bekleidet - wurden vorsorglich evakuiert, konnten aber nach kurzer Zeit wieder auf ihre Zimmer. FOTO: Steffen Rasche

Eine starke Rauchentwicklung und der schichtenweise Sauna-Aufbau haben die Löscharbeiten erheblich erschwert. „Es war kompliziert, zum Brandherd vorzudringen“, bestätigen Einsatzleiter Michael Pfau und Stadtbrandmeister Frank Albin. Die 50 Seeschlößchen-Gäste wurden vorsorglich evakuiert. „Nachdem klar war, dass alle unversehrt an Bord sind, konnten unsere Gäste bereits nach kurzer Zeit wieder auf ihre Zimmer“, sagt Zander. Einer Frau machte die Aufregung jedoch so zu schaffen, dass sie mit Herzproblemen ins Senftenberger Krankenhaus kam.

Nach sechs Stunden war der Feuerspuk dann beendet. Die Feuerwehren rückten gegen 3.30 Uhr ab. Um ein erneutes Auflodern der Glut zu verhindern, waren noch einige Kameraden bis zum Vormittag im Einsatz. Zur Brandursache haben Kriminaltechniker der Polizei am Freitagvormittag Spuren gesichert. Hotelchef Maik Zander geht davon aus, dass es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um ein technisches Versagen bei der Wiederinbetriebnahme nach längerer Zeit handeln könnte.

Nachdem Feuerwehr und Brandermittler abgerückt sind, nimmt Hotelchef Maik Zander den verkohlten Trümmerhaufen in Augenschein.
Nachdem Feuerwehr und Brandermittler abgerückt sind, nimmt Hotelchef Maik Zander den verkohlten Trümmerhaufen in Augenschein. FOTO: Steffen Rasche

Er ist erleichtert, dass außer einer neben der Banja stehenden Tanne nichts zu Schaden gekommen ist. „Das ist ein großes Glück“, blickt er am Freitag schon wieder nach vorn. Den verkohlten Trümmerhaufen will er in der nächsten Woche beseitigen lassen. Umtriebig wie er ist, grübelt er schon wieder über einen Neubau nach. Ob es erneut ein russisches Schwitzbad wird, ist indes noch nicht entschieden.