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| 01:08 Uhr

Boxenstopp in Lug: 198 Trabis waren dabei

Lug.. „Ja, er lebt noch“, sangen viele Besucher beim siebten Niederlausitzer Trabitreffen am Rande des Dorffestes in Lug bei Wormlage. Während sich Dorfclub und Feuerwehr um Festzelt, Gästeverpflegung und kulturelle Umrahmung kümmerten, organisierten die Mitglieder des Saalhausener Trabiclubs „Schorsch“ wieder den traditionellen Rennpappen-Treff. Von Bernd Balzer

Immerhin 198 der legendären Stinker waren am Samstag angereist. Pech dabei hatte ein Berliner, der in Höhe der Autobahnabfahrt Bronkow seinen Motor festfuhr und abgeschleppt werden musste. Auf der Festwiese in Lug wechselte er unter dem Staunen der Zuschauer den Motor - den hat er vorsichtshalber immer dabei.
Neben Trabifreunden von Neubrandenburg bis Löbau/Zittau kam Philip Hostettler (20) sogar aus der Schweiz bis nach Lug. Er hatte im vorigen Jahr zufällig vom traditionellen Treff gehört und dabei die Trabifahrerin Rita kennengelernt. Wen wundert es, dass nun der grüne Trabi mit dem Kennzeichen ZG 55550 neben dem papyrusweißen Trabi-Kombi aus Henriette steht. "In der Schweiz gibt es mehr Ferraris als Trabis. Da dreht man sich schon mal um", so Hostettler, der einen Trabi fährt, seit er hinters Steuer darf. Er ist auch Mitglied im Schweizer Trabiclub, der zurzeit 30 Mitglieder hat.
Aus Beeskow und Lieberose waren Sandra Niewitz im passenden Boxenluder-Shirt und Jan Kupke in Lug mit von der Partie: "Solche Trabitreffen sind geil. Hier treffen wir uns alle wieder, wie eine große Familie." Die beiden sind seit drei Jahren Trabi-Fans. Ihr Mitbringsel im Kofferraum ist eine Soundanlage mit 2200 Watt, die eine Lautstärke von 128,9 Dezibel bringt.
Das Röhren einer anderen Pappe verrät plötzlich, dass nicht immer alles Trabi ist, wo Trabi draufsteht. „Wir haben einen Golfmotor mit 210 PS eingebaut“ , schwärmt Maik Liekfeld aus Berlin-Marzahn in den höchsten Tönen. Beim Viertelmeilenrennen in Luckau hätte er damit fast einen Mercedes E 55 AMG abgekocht. 402 Meter ist sein Power-Trabi in nur 13,6 Sekunden (165 km/h) gesprintet.
Nicht mit einem Trabi sind Hannelore und Volker Küpper aus Vetschau als Zuschauer angereist: „Für Trabi-Fans und die, die einen Trabi hatten, ist dieses Treffen super. Nach 15 Jahren Wartezeit haben wir am 13. Februar 1987 endlich unseren Trabi bekommen. Dieses Datum werden wir nie vergessen“ , sagt Küpper, der noch heute von seinem Ex-Ossi-Vehikel überzeugt ist. „Über 200 000 Kilometer sind wir gefahren - und er hat uns nie im Stich gelassen.“