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| 20:30 Uhr

Lausitzer Seenland
Bodos Imbiss will Wurzeln schlagen

Bodo Podstawa ist mit seinem Imbiss seit 2018 am Sedlitzer See in Lieske zu finden. Ein neues T-Shirt mit der Aufschrift Sedlitzer See sei bereits in Arbeit, sagt der 53-Jährige.
Bodo Podstawa ist mit seinem Imbiss seit 2018 am Sedlitzer See in Lieske zu finden. Ein neues T-Shirt mit der Aufschrift Sedlitzer See sei bereits in Arbeit, sagt der 53-Jährige. FOTO: Richter-Zippack
Lieske. Bodo Podstawa ist seit Jahren mit seinem gastronomischen Angebot im Lausitzer Seenland unterwegs. Nach Geierswalde, Kleinkoschen und dem Rostigen Nagel hat der 53-Jährige jetzt Lieske erreicht. Dort will er gern bleiben.

Er ist wieder da: Bodos Imbiss befindet sich seit dieser Saison am neuen Urlauberparkplatz am Sedlitzer See nahe des 80-Einwohner-Dorfes Lieske. Und Inhaber Bodo Podstawa hofft, dort auch für mehrere Jahre bleiben zu können. Denn in jüngster Zeit ist er im Lausitzer Seenland viel herum gekommen. Allerdings nicht immer aus freiwilligen Stücken, wie der 53-Jährige sagt. „Anfangs stand ich mit meinem Imbisswagen am Geierswalder See. Dann musste ich wegen des Leuchtturm-Baus umziehen.“ Es folgten Stationen im alten Peickwitzer Kohleobjekt, am Kleinkoschener Flugplatz sowie am Rostigen Nagel. „Seit März 2018 stehe ich auf dem neuen Urlauberparkplatz in Lieske.“ Nach Angaben von Dana Hüttner vom Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg existiert mit Podstawa ein Ein-Jahres-Vertrag, der sich automatisch zum Jahresende verlängert. „Ein langfristiges Engagement ist von unserer Seite gewünscht“, sagt Hüttner.

Der Standort Lieske ist sehr in Ordnung, sagt Bodo Podstawa. Viele Einheimische und Touristen brächen von dort zu ihren Seenland-Touren auf. Darüber hinaus lockt die Container-Ausstellung des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB) zur Bergbaugeschichte der Region. Von der nahen B 156 weisen bereits Schilder zum Liesker Seestrand. „Ich muss vielen Leuten erklären, dass dieser erst im Entstehen begriffen ist“, merkt Podstawa an. Dem Standort Lieske sagt der Gastronom dank der Lage direkt an der Bundesstraße und dem mehr als 1400 Hektar großen See eine große Zukunft im Tourismus voraus. Daran will der Senftenberger teilhaben. Zwei Wagen, einer für das Essen, der andere für Getränke, sowie mehrere Tische und Stühle bilden Bodos Imbiss. Jeden Tag rollt Podstawa mit seinem 38-jährigen Trabant Kombi von Senftenberg nach Lieske an. „Mancher Gast fragt, ob der Trabi noch fährt. Da sage ich immer, dass ich sonst nicht hier stünde“, erklärt der Seestädter schmunzelnd. Immerhin zehn Jahre jünger ist Bodos Imbisswagen. „Den habe ich jemandem am Knappensee abgekauft.“ Das Pendant für die Getränke nennt der Senftenberger erst seit 2017 sein Eigen. Erst vor knapp zwei Jahren musste Podstawa den Verlust eines Wagens verkraften. „Der wurde mir am Kleinkoschener Flugplatz angebrannt. Den Schaden von 12 000 Euro zahle ich noch heute ab.“

Der Senftenberger hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Allerdings über Umwege. Denn der gebürtige Fürstenwalder begann seine berufliche Laufbahn nicht in der Küche, sondern im Pneumant-Reifenwerk seiner Heimatstadt. „Ich wurde als Gummifacharbeiter ausgebildet“, erinnert sich der heute 53-Jährige. Über sieben Ecken, so berichtet Podstawa, sei er dann in die Lausitz gekommen. Dort half er in der inzwischen überbaggerten Brikettfabrik Kausche bei Welzow an der Bandanlage aus. Später folgte eine Tätigkeit in der Welzower Thomas-Glashütte. Darüber hinaus zog Bodo Podstawa vier Kinder groß. Erst im Jahr 2011 begann er mit seinem Imbiss am Geierswalder See. Jemand aus der kirchlichen Männergruppe im benachbarten Tätzschwitz habe ihm den Tipp gegeben.

Gesagt, getan: „So etwas wollte ich schon immer machen. Denn ich koche für mein Leben gern ungarischen Kesselgulasch“, bekennt der heute in Senftenberg lebende Mann. Das Rezept stamme original aus Ungarn. „Manche meiner Gäste fragen danach, doch die Rezeptur rücke ich nicht heraus“, stellt Bodo Podstawa klar. Neben Kesselgulasch bietet der Gastronom unter anderem diverse Würste, Getränke und Kuchen an. „Alles frisch zubereitet und stets saisongemäß“, sagt Podstawa.

Von März bis Oktober ist der Senftenberger in Lieske vor Ort, falls es nicht gerade über Stunden in Strömen regnet. Er sei mit seinem Leben rundum zufrieden. Allerdings, so schränkt Podstawa ein, bereite ihm die überbordende Bürokratie Schwierigkeiten. Das sei im Brandenburger Teil des Seenlandes nicht viel anders als in Sachsen.

Die Landschaft im Wandel habe indes noch einen enormen Bedarf an gastronomischen Einrichtungen. „Derzeit gibt es einfach zu wenig Imbisse und Gaststätten“, resümiert Bodo Podstawa. Zudem wünscht er sich mehr Zusammenarbeit und Zusammenhalt unter den hiesigen Gastwirten. „Erst wenn das funktioniert, sind wir wirklich eine richtige Urlaubsregion.“