Die rund 15 000 Einwohner im Raum Schipkau und Großräschen sind vom Abfallentsorgungsverband ausgewählt worden, die laut Gesetzgeber vorgeschriebene Einführung der Biotonne zu testen. Der Pilotversuch beginnt im April und endet mit der Einführung der speziellen Tonne im gesamten Verbandsgebiet (Landkreis Elbe-Elster und Süden des OSL-Landkreises) Ende des Jahres 2017. Damit zieht der Abfallverband mit jenen Verwaltungsgebieten in Deutschland gleich, die den Bioabfallbehälter bereits nutzen. Dazu gehört auch der Landkreis Bautzen. Der Nachbarlandkreis Spree-Neiße möchte die Biotonne ab 2019 einführen.

Damit die Biotonne in dem Versuchsgebiet eingeführt werden kann, hat die Verbandsversammlung des AEV "Schwarze Elster" jetzt die rechtliche Grundlage geschaffen und die ab 1. März 2016 gültige Satzung verabschiedet. Im März werden die Behälter in den Neubaugebieten sowie auf Wunsch bei den privaten Grundstücksbesitzern aufgestellt - in der Stadt Großräschen und den Ortsteilen Allmosen, Dörrwalde, Freienhufen und Saalhausen, nicht jedoch in Barzig Woschkow und Wormlage, sowie in der Gemeinde Schipkau mit den Ortsteilen Hörlitz, Klettwitz, Meuro, Drochow und Annahütte.

Während in den eingehausten Abfallstandorten der großen Wohngebiete 240-Liter-Tonnen aufgestellt werden, haben die Haushalte die Wahl zwischen 120 und 240 Liter. Laut der Satzung beträgt die Gebühr für das erste Jahr der Pilotphase ein beziehungsweise 1,50 Euro je Schüttung - egal, wann der Einstieg erfolgt. Anschließend verdoppelt sich der Preis. In den Neubaugebieten fahren die Bioeinsammler wöchentlich vor, bei den Privathaushalten alle 14 Tage, wobei es jedem selbst überlassen bleibt, wann er den Behälter vor das Hoftor stellt.

Der Verband rechnet vor, dass es sich im Einzelfall durchaus rechnen kann, anstatt der teureren Restmüll- die Biotonne zu befüllen. Wird beispielsweise ein 120-Liter-Restabfallbehälter sechsmal im Jahr geleert, so kostet dies 23,58 Euro. Bei jeweils drei Leerungen von Müll- und Biotonne sind 17,79 Euro fällig. Die Abrechnung erfolge schüttgenau mit dem Jahresbescheid. Der 80 Liter fassende Laubsack als Alternative bleibt erhalten.

An der von allen zu entrichtenden Grundgebühr ändere sich nach Aussage des Verbandes trotz der Neuerung nichts. Die Biotonnen müssen für den Pilotversuch nicht extra angeschafft werden. Sie sind laut Dr. Peter Thiem, stellvertretender Verbandsvorsteher und Leiter Technik, der vorhandene Restbestand. Die schwarzen Restabfallbehälter haben lediglich braune Deckel erhalten.

Nach einem Jahr wird der Test in Großräschen und Schipkau ausgewertet. Daraus lassen sich Schlüsse ziehen, beispielsweise wie viele Tonnen für das gesamte Verbandsgebiet gebraucht werden und welche Gebühren kalkuliert werden müssen.

Der Verband rechnet im Versuchszeitraum mit einem Jahresaufkommen von 1800 Tonnen Bioabfällen. Diese werden in Freienhufen vergärt und kompostiert, um klimafreundliche Energie und Kompost zu gewinnen. Dafür sei ein sauberes Sammeln der Abfälle erforderlich.

Zum Thema:
Bioabfälle sind laut dem Kreislaufwirtschaftsgesetz biologisch abbaubare pflanzliche, tierische oder aus Pilzmaterial bestehende Garten- und Parkabfälle, Landschaftspflegeabfälle, Nahrungs- und Küchenabfälle aus Haushalten und sonstigen Herkunftsbereichen, wie Gewerbe. In die Biotonne gehören zum Beispiel Lebensmittelreste, auch verdorbene Lebensmittel ohne Verpackung, Essensreste, Pflanzenabfälle wie Blumen, Laub, Strauch- und Rasenschnitt, Fallobst, Käfigstreu von Kleintieren wie Holzspäne, Heu oder Stroh. Nicht in die Biotonne gehören Kunststoffe jeglicher Art, Metalle, Gummi, Sand, Steine, Blumentöpfe, Geschirr, verpackte Lebensmittel, Asche Hygieneartikel und Staubsaugerbeutel. Quelle: Abfallverband