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Bioanalytik soll gestärkt werden

Die Studentin Vanasa Nageswaran untersucht am inversen Fluoreszenzmikroskop in Kombination mit der Videoscan-Technologie Mutationen in einer Tumorzelllinie. Dabei verwendet sie die Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung, die auch als FISH-Test bekannt ist.
Die Studentin Vanasa Nageswaran untersucht am inversen Fluoreszenzmikroskop in Kombination mit der Videoscan-Technologie Mutationen in einer Tumorzelllinie. Dabei verwendet sie die Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung, die auch als FISH-Test bekannt ist. FOTO: Ralf Schuster/BTU Cottbus-Senftenberg
Senftenberg. Geldregen für die Senftenberger Biotechnologie: Der Bund überweist 2,1 Millionen Euro an die BTU Cottbus – Senftenberg. Die Uni kauft Mikroskope und Automatisierungstechnik. Jan Augustin

Elf Großgeräte für die medizinische Bioanalytik können mit dem Geld aus dem Bundesministerium für Bildung und Forschung gekauft werden. Speziell handelt es sich um Geräte zur Charakterisierung von Mikroorganismen, Immunzellen und Erbinformationen, um hochauflösende Mikroskope, Automatisierungstechnik sowie hochwertige Komponenten zur Weiterentwicklung der eigenen Technologien. Sie sollen bereits im Herbst in Betrieb gehen.

Die Förderung erfolgt im Rahmen der Innovationsinitiative für die neuen Länder "Unternehmen Region" für Geräteinvestitionen zur Strategieentwicklung unter Leitung der Professur Multiparameterdiagnostik am Institut für Biotechnologie, erläutert Uni-Sprecher Ralf-Peter Witzmann.

"Die Medizinische Bioanalytik befasst sich mit der schnellen, hochpräzisen und kostengünstigen Charakterisierung von Patientenmaterial, damit der behandelnde Arzt daraus geeignete Therapiemaßnahmen ableiten kann. Wir haben eine Strategie entwickelt, um in Zukunft die Forschung in der Medizinischen Bioanalytik an der BTU auszubauen", erklärt Prof. Dr. Peter Schierack, Prodekan der Fakultät, ebenso erfreut wie Arbeitsgruppenleiter Dr. Stefan Rödiger. "Wir schärfen damit das Forschungs- und Innovationsprofil der Universität. Neben anwendungsbezogenen Forschungsfragen und der Umsetzung der Ergebnisse in der Wirtschaft widmen wir uns verstärkt der Grundlagenforschung auf medizinischem Gebiet. Wir freuen uns besonders, dass wir seit mehr als zehn Jahren eng mit einigen Unternehmen der Region kooperieren dürfen." Die Wissenschaftler erhoffen sich mit der hochmodernen Geräteausstattung auch neue Projektpartner, zum Beispiel innerhalb des Gesundheitscampus Brandenburg, oder andere, eher fachfremde Forschungsschwerpunkte. "Nicht zuletzt können wir eine topaktuelle Studierendenausbildung gewährleisten", sagt Schierack.

Die Biotechnologie bilde mit ihren interdisziplinären Fächern eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts. Mit dem Bachelorstudiengang Biotechnologie bietet die BTU Cottbus-Senftenberg sowohl einen ersten berufsqualifizierenden Abschluss zum Bachelor of Science an als auch die Weiterqualifizierung zum Master of Science. Die Medizinische Bioanalytik ist seit 2013 einer von drei Ausbildungsschwerpunkten der Biotechnologie an der BTU. Im Bachelorstudium der Biotechnologie werden sowohl naturwissenschaftliche Grundlagen erlernt als auch vertiefte Kenntnisse in Zell-, Mikro- und Molekularbiologie sowie Nanobiotechnologie erworben. "Neben einer soliden theoretischen Ausbildung nach dem neuesten Stand der Wissenschaft bietet der Studiengang einen hohen Anteil an praktischer Ausbildung in modernsten Labormethoden unter intensiver Betreuung", erklärt Ralf-Peter Witzmann. Die Studierenden seien somit hervorragend auf eine praktische Bachelorarbeit in nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen vorbereitet. Bis zum 30. September können sich Interessierte auch noch für den Studienbeginn zum Wintersemester bewerben.