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| 02:47 Uhr

Bioabfall wird hier mustergültig sortiert

Lauchhammer. Mit einem Anteil von nur einem Prozent Müll in den Biotonnen muss der Abfallentsorgungsverband "Schwarze Elster" bundesweit keinen Vergleich scheuen. Verbandsvorsteher Dr. Bernd Dutschmann staunt selbst über das hervorragende Sortierverhalten in dem Testgebiet Großräschen/Schipkau. Manfred Feller

Dort waren zum Start des Pilotprojektes mehr als 2200 Biotonnen ausgegeben worden. Der große Vorteil: Der Test ist freiwillig und entsprechend hoch die Motivation der Haushalte. Auch die reguläre Einführung der Biotonne soll ohne Zwang erfolgen.

Wo das Sammeln des Bioabfalls verordnet wird, sieht es teilweise grausam aus. Dr. Bernd Dutschmann verweist auf einen Fernsehbericht aus Hessen. Dort bleibt ein Viertel aller Behälter mit Garten- und Küchenabfällen stehen, weil darin zu viel Müll entsorgt wird. In einem Bezirk sind demnach binnen eines Jahres 22 000 Tonnen kompostierbare Abfälle gesammelt worden. Darin befanden sich nicht weniger als rund 1000 Tonnen Müll. Obwohl aussortiert, blieb noch genügend davon im Bioabfall zurück. Diese Verunreinigungen führten in den Biogasanlagen zu einem höheren Verschleiß und damit Wartungsaufwand.

Um der Lage Herr zu werden, setzen die hessischen Behörden sogar Kontrolleure ein, die wiederum Kosten verursachen. In Kassel wurden bei einem Test die Biobehälter erst gar nicht geöffnet, sondern von außen mit einem Metalldetektor überprüft. An 26 von 30 Tonnen schlug das Gerät an.

Das Fazit eines Kontrolleurs: Es herrsche nicht nur Unwissenheit. Vielen Leuten sei es schlichtweg egal, was in welche Tonne wandert. Irgendeiner werde den Inhalt schon sortieren.

Abgeraten wird in Hessen und in der Lausitz davon, biologisch abbaubare Kunststofftüten für Bioabfälle zu nutzen, damit keine übel riechende Flüssigkeit am Behälterboden zurückbleibt. Diese Tüten brauchen sechs bis zehn Wochen zum Verrotten, Papier nur etwa zwei Wochen.