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| 02:52 Uhr

Bildung und Kultur als Strategie

Studenten der Uni Genua im Juni 2013 vor dem IBA-Studierhaus.
Studenten der Uni Genua im Juni 2013 vor dem IBA-Studierhaus. FOTO: Katja Wolf
Großräschen. Das IBA-Studierhaus in Großrä-schen blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Mehr als 1000 Studierende, Fachbesucher und Kulturliebhaber haben 2013 die Angebote im historischen Klinkergebäude nahe der IBA-Terrassen genutzt. 2014 will das Studierhaus noch stärker auf die Kombination von fachbezogenen Weiterbildungsthemen wie Bergbaufolge und Architektur sowie auf eigene Kulturangebote setzen. Christiane Klein / .

Die Erfolge 2013 geben im IBA-Studierhaus die Richtung für das neue Jahr vor. "Die Kombination aus Angeboten im Fachkontext und Kultur finden wir gut", erklärt Katja Wolf vom Verein IBA-Studierhaus Fürst-Pückler-Land. Fachleute und Studierende sollen auch künftig die vorrangige Nutzergruppe bleiben. Vor allem Studierende und Lehrende der Brandenburgisch-Technischen Universität Cottbus-Senftenberg und der Humboldt-Universität Berlin, der Technischen Universität Kaiserslautern, der Hochschule für Film- und Fernsehen Potsdam sowie der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft Bonn haben die Einrichtung am Großräschener See 2013 genutzt, geht aus der Statistik hervor. Aber auch internationale Fachleute wie Landschaftsarchitekten aus den Niederlanden und Experten aus Polen, China, Neuseeland und Australien waren zu Gast. Weiterhin eine Studentengruppe aus Italien, die zur Entwicklung des Altdöberner Sees arbeitete. Während der dreiwöchigen internationalen Sommeruniversität "Lausitzer Dörfer" (Laurin) waren es mehr als 30 Studenten aus sechs Ländern. Zudem wurden in dem Haus verschiedene Kolloquien und Tagungen veranstaltet. "680 Personen aus aller Welt und der Region nutzten 2013 das IBA-Studierhaus, weitere 400 Lausitzer die Kulturangebote des Studierhaus-Vereins. Damit wurden insgesamt 1080 Interessenten erreicht", bilanziert Katja Wolf.

Für die Zukunft habe sich der Verein weiterhin "eine kulturelle Öffnung des Hauses für interessierte Bürger und Bürgerinnen auf die Fahnen geschrieben", erklärt die frühere IBA-Mitarbeiterin. Dabei setzt das Studierhaus auch auf das Engagement einer Initiativgruppe, die sich innerhalb des Sommerfestes zusammengefunden hat. Im Boot sitzen dabei neben ehemaligen IBA-Mitarbeitern auch aktive Großräschener wie ein Vertreter von IBA-Tours und vom Jugendhaus Alte Post sowie ein Veranstaltungsmanager. "Ohne sie hätten wir beispielsweise aus vereinseigenen Kräften unser Sommerfest gar nicht stemmen können", betont die Großräschenerin. Bei der Veranstaltung mit rund 150 Gästen waren die Besucher zu einem Salatwettbewerb eingeladen worden. Kulinarisches soll es auch im neuen Jahr im Studierhaus geben. "Wir haben viele gute Rückmeldungen bekommen. Das Angebot könnte sich als Marke etablieren", sagt Katja Wolf.

Bei der Gestaltung des kulturellen Angebots hofft das Studierhaus im kommenden Jahr auf Fördermittel. Eine finanzielle Reserve hat der Verein bereits genutzt: Für das Projekt "Paradies 2" gab es 2011 den mit 20 000 Euro dotierten Preis "Kulturelle Bildung 2011" des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Wenn es dem Studierhaus gelingt, Fördermittel zu bekommen, dann sollen weitere Ideengeber und Mitmacher gesucht werden, die sich bei der Initiativgruppe einbringen können, um das kulturelle Angebot bunter zu gestalten. Einen festen Platz im Veranstaltungskalender soll künftig beispielsweise der erste Sonntag in jedem Monat bekommen: Das Studierhaus will sein Foto- und Filmarchiv öffnen und zu Kaffee-Spezialitäten im IBA-Café einladen. Mit Engagement will der Verein auch dafür sorgen, dass eines der Aushängeschilder - die Fotoausstellung "Brennweite 3" - weiter wandert. Anfang des neuen Jahres sollen die Bilder des internationalen Fotografenteams beispielsweise in Potsdam zu sehen sein.

Trotz allen Engagements, das der Verein in das Studierhaus steckt: "Die Zeiten seit Auflösung der IBA GmbH sind personell und finanziell wirklich andere geworden", betont Katja Wolf. Dennoch ist sie zufrieden mit den Ergebnissen. Gearbeitet werde daran, das Haus auf so stabile Einnahmen zu stellen, dass für die Gäste aus aller Welt auch eine langfristige, fachliche Betreuung zur Seite gestellt werden kann. Diese sei für die Zielgruppe des Hauses unabdingbar und werde immer wieder nachgefragt. Der Verein hofft, dafür 2014 eine Lösung zu finden.

Zum Thema:
Das IBA-Studierhaus befindet sich im ehemaligen Beamtenwohnhaus der "Ilse-Bergbau-Aktiengesellschaft" in Großrä schen, das von 2000 bis 2010 als IBA-Geschäftsstelle diente. Im Wissensspeicher sind alle IBA-Projekte dokumentiert. Sie können durch neue Ideen und Projekte auf der Grundlage des IBA-Prozesses weiterentwickelt werden, so der Verein IBA-Studierhaus Fürst-Pückler-Land. Die Einrichtung verfügt über eine Bibliothek, ein Foto- und Filmarchiv, einen Arbeits- und Vortragsraum sowie Beherbergungsmöglichkeiten und das IBA-Café. Das IBA-Studierhaus wird nach eigenen Angaben vom Land Brandenburg, der Energieregion Lausitz-Spreewald und der Stadt Großräschen sowie von der Vattenfall Europe Mining AG und der BASF Schwarzheide GmbH unterstützt.