Die neue Ausstellung im Kunstgussmuseum Lauchhammer zeichnet die Entwicklung einer Auseinandersetzung mit der Darstellung des Kindes in der Bildhauerkunst der DDR nach. Im öffentlichen Raum ist das Bild des Kindes und des Jugendlichen aus der Zeit der DDR noch häufig sehr präsent. Vielerorts sind genrehafte Darstellungen spielender Kinder zu finden, heißt es in der Ankündigung vom Tordis Krengel vom Kunstgussmuseum. Die Bilder zeigen Gruppen von Kindern mit Tieren, junge Turner und Turnerinnen im Trikot in akrobatischer Haltung, Kindergärtnerinnen mit ihren Schützlingen, Mutter-Kind-Gruppen, bis hin zum Sowjetsoldaten, der ein Kind gerettet hat. Das Festhalten eines unbekümmerten spielerischen Moments der Kinder einerseits und das ernste Thema der Vereinnahmung des Kinderbildes für politische und gesellschaftliche Belange andererseits waren Kennzeichen zahlloser Auftragswerke für Plastiken im öffentlichen Raum, dessen Ausschmückung in der Regel in Form einer in Bronze gegossenen realistischen Figur erfolgte, so Krengel weiter.

Die Ausstellung ist zweigeteilt: Im oberen Ausstellungsraum wird die Auftragskunst mithilfe zahlreicher Fotos aus der Dokumentation der Gießerei Lauchhammer thematisiert. Hier wird deutlich, wie groß die Bedeutung der Gießerei für diesen Bereich war. Stellvertretend wird der lebensgroße "Mundharmonikaspieler" von Hans-Detlev Henning (geb. 1927) von 1964, eine Leihgabe des Berliner Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg, gezeigt. Die Figur stand ursprünglich in Treptow.

Im Hauptausstellungsraum ist der sensible Blick des Künstlers Thema. Anhand von mehr als 40 Kleinplastiken sowie einiger lebensgroßer Werke von Künstlern wie Wilfried Fitzenreiter, Jürgen von Woyski, René Graetz, Hans Scheib, Sabina Grzimek oder Anna Franziska Schwarzbach wird gezeigt, wie das einzelne Kind einfühlsam und mit modernen künstlerischen Mitteln dargestellt werden kann. Private Leihgeber, Künstler sowie das Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg und das Museum Junge Kunst Frankfurt/ Oder trugen zur Ausstellung bei.

Die Ausstellung im Kunstgussmuseum will Möglichkeiten zum Wiedererkennen bekannter Motive vergangener Zeit geben. Andererseits will sie den kritischen Blick schärfen, Vordergründigkeiten aufdecken, ohne dem Besucher die Freude an schönen Kinderfiguren zu nehmen.

Ausstellungseröffnung Bildhauer sehen Kinder Freitag, 13.September, 17 Uhr Kunstgussmuseum Lauchhammer, Freifrau-von-Löwendal-Straße 3. Geöffnet ist die Ausstellung dienstags bis sonntags von 13 bis 17 Uhr bis zum 15. Januar 2014.

Zum Thema:
Die Ausstellung Bildhauer sehen Kinder ist ein Projekt im Themenjahr Kulturland Brandenburg 2013 "spiel und ernst - ernst und spiel. kindheit in brandenburg". Kulturland Brandenburg 2013 wird gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie das Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg. Unterstützt wird es durch die brandenburgischen Sparkassen, die Investitionsbank des Landes Brandenburg und gefördert durch die 3 A Kunstguss Lauchhammer GmbH.